Amt als Spaßbremse: Pontons mussten weg

Spaßbremse Bezirksamt: Die Pontons mussten samt Leih-Palmen entfernt werden. (Foto: zv)

Schwimmpontons mussten auf Anordnung des Bezirksamtes entfernt werden – Schikane im Hochsommer?

Andreas Göhring, Harburg – Diese Anordnung des Bezirksamts hat Harburgs Freizeitszene im wahrsten Sinne des Wortes auf die Palme gebracht. Mitten in der Saison musste „Siggi“ Weckler, Betreiber der Wasserskianlage auf dem Neuländer See, ein paar Schwimmpontons entfernen. Die Pontons waren vor allem bei jenen Gästen beliebt, die sich ein wenig abseits vom großen Rummel unter Leasing-Palmen in die Sonne legen wollten.
„Typisch Harburg“, wetterte die Facebook-Gemeinde. „Kaum gibt es mal was Attraktives für die Freizeit, kommt das Bezirksamt mit Schikanen.“ Einmal in Fahrt, wurde das Bezirksamt auch gleich für die verspätete Eröffnung des Veritas
Beachclubs verantwortlich gemacht.
Ganz so einfach ist die Sache mit den Pontons aber nicht. Der AfD-Bezirksabgeordnete Ulf Bischoff hat sich mal die Mühe gemacht und eine Anfrage an das Bezirksamt gerichtet. Bischoff: „Ich wollte wissen, ob das wirklich nur Schikane ist. Nach der Antwort des Bezirksamts stellt sich die Angelegenheit schon ein wenig anders dar: Im April 2015 hat das Bezirksamt festgestellt, dass die Pontons nie genehmigt worden waren und auch auf keinen Fall genehmigt werden können. Darauf sei der Betreiber der Anlage in einem Gespräch am 28. April aufgefordert worden, die Pontons zu entfernen. Dieser Aufforderung sei er erst nach einem weiteren Gespräch am 2. Juni nachgekommen.“

Bezirksamt: Eisvögel sollen nicht gestört werden

Aber warum dürfen die Pontons –  sie sind kaum mehr als drei Meter lang –  dort nicht sein? „Am Ufer befindet sich ein Sumpfwald“, sagt Rechtsdezernent Dierk Trispel. „Dieser Wald ist gemäß Paragraf 30 des Bundesnaturschutzgesetz ein gesetzlich geschütztes Biotop.“ Um diesen Bereich zu schützen und die Wasservögel nicht zu stören, sei der Steg angelegt worden. Er soll die Nutzer der Wasserskianlage kanalisieren. Die Pontons lägen außerhalb dieser Grenzen, dies sei ein Eingriff in Natur und Landschaft.
Dazu ein Anekdote aus der Gründerzeit der Anlage: Beinahe hätte ein brütendes Eisvogel-Paar das Projekt gestoppt. Als es dann trotz der Bedenken der Naturschützer doch eine Genehmigung gab, siedelten sich drei weitere Eisvogel-Paare dort an – direkt unter dem Gastronomiebereich.
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Pan H. Burg aus Harburg-City | 06.08.2015 | 09:28  
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