Zuckerwatte und wandelnde Zelte

„There are no strangers here, only Friends you haven’t yet met“ (Hier gibt es keine Fremden, sondern nur Freunde, die du noch nicht kennengelernt hast) heißt das Werk der israelischen Künstlergrupper „O*Ge Creativegroup“. Es lädt zum Verweilen und Kontakte knüpfen ein.

Dockville Kunstcamp lädt zur Ausstellung „Flaum. Ein Festivalraum“

von Anna Sosnowski
Wilhelmsburg. Noch bevor die Massen das Dockville-Festival stürmen, toben sich bis Sonntag, 7. August, rund 50 nationale und internationale Künstler auf dem Gelände am Reiherstiegknie aus. Anfang Juli haben die Kreativen dort ihr Lager aufgeschlagen und verwandeln seitdem die einst öde Wiese auf dem verlassenen Industrieareal in einen Erlebnispark unter dem Motto „Flaum. ein Festivalraum“.
Aufgabe der Künstler war es in diesem Jahr, den Mikrokosmos Open Air Festival genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei sind nicht nur Kunstwerke zum Betrachten entstanden, sondern vor allem künstlerische Festivalräume, die zum Entdecken und Erleben einladen.
Der wohl kleinste davon ist Gabriela Kobus’ „Zelt to Go“. Die Leipziger Künstlerin verleiht gegen ein Pfand Igluzelte. Doch die sind nicht – wie auf Festivals üblich – zum Aufstellen gedacht. „Sie sind ein tragbarer Raum, den man immer bei sich hat“, erklärt Kobus. In den 1,20 mal 1,50 Meter großen Zelten mit zwei Löchern für die Füße, können zuerst Kunstcamp- und später Festival-Besucher frei übers Gelände laufen und sich zurückziehen, wann immer ihnen der Trubel zu viel wird. „Aber ist Flexibilität wirklich so toll? Wann wird sie zum Alptraum?“, fragt sich die Künstlerin.
Zuckersüss ist die Installation der „Iconauten“. Die Hamburger Künstlergruppe hat eine große, begehbare Konstruktion aufgebaut, die wie eine in den Boden gesteckte Zuckerwatte aussieht. „Wir haben Flaum mit Schaum gekreuzt“, sagt Moishe Moser von den „Iconauten“ mit einem Augenzwinkern und erklärt: „Uns interessieren Alltagsphänomene und die daraus entstehenden Bildwelten. Jetzt haben wir uns die Zuckerwatte vorgenommen.“ Im Inneren des Gebildes kann man sich die frisch zubereitete Watte schmecken lassen und beobachten wie sie sich nach einiger Zeit verändert.
Viele der Installationen sind als Begegnungsstätten für Besucher gedacht. Darunter auch eine Arbeit der „O*Ge Creativegroup“ aus Israel. Ihr großes, blau gestrichenes Podest, mit den darin eingelassenen und mit Wasser gefüllten Buchstaben „F-r-i-e-n-d-s“ (Freunde) spielt auf soziale Netzwerke wie „Facebook“ an. Die Künstler fordern Festival-Besucher auf, beim gemeinsamen Fußbad in der realen und nicht nur virtuellen Welt miteinander in Kontakt zu kommen.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.