Mit vernetzter Bildung in die Zukunft

Plakat zum 2. Harburger Netzwerktreffen (Foto Chris Baudy)
 
Bezirksamtsleiter Thomas Völsch bei der Begrüßung (Foto Gisela Baudy)

Harburgs Zukunft im Blick sollten wir alle haben. So wie die knapp 50 Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Bildung, Politik, Verwaltung und der Zivilgesellschaft, die sich am 10. September 2015 im Harburger Rathaus mit nachhaltiger Entwicklung vor Ort auseinandersetzten.



Sie waren der Einladung von HARBURG21 zum Zweiten Harburger Netzwerktreffen gefolgt. In diesem Jahr lag der Fokus des Treffens auf dem Weltaktionsprogramm (WAP) "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE), das sich mit den Folgeaktivitäten zur abgeschlossenen BNE-UN-Dekade (2005-2014) beschäftigt. Das Netzwerktreffen schloss sich inhaltlich und zeitlich an die Hamburger WAP-Auftaktveranstaltung an, die am 2. September stattgefunden hatte.

Als Einstieg wählte Jürgen Marek, Lenkungsgruppenmitglied von HARBURG21 und Moderator der Fachtagung, den "Welterschöpfungstag 2015" (Earth Overshoot Day) am 13. August 2015, an dem alle Ressourcen unserer Erde im Prinzip verbraucht waren und jeder weiterer Verbrauch die Grundlagen zukünftiger Generationen bedroht. "Wir sind nicht sorgfältig mit der Erde umgegangen", so Marek. Und wir nehmen immer noch mehr, als diese eine Welt auf Dauer (ver-)tragen kann. Und dann?

Eine Ausweich-Erde haben wir nicht. Also muss sich heute etwas ändern für morgen. Dass die nachhaltige Gegenwarts- und Zukunftsgestaltung nicht unmöglich ist, wenn die Einstellung stimmt, erklärte Bezirksamtsleiter Thomas Völsch in seinem Grußwort mit den Worten: "Wenn wir gestalten wollen, dann können wir das auch."

Insbesondere, wenn Bildung ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung nachkommt und die Menschen, allen voran vielleicht Großstadt-Bewohnerinnen und -Bewohner, für diese komplexe Aufgabe vorbereitet. "Es ziehen immer mehr Menschen in die Stadt. Deshalb könnte der Stadt eine Schlüsselrolle in der Lösung unseres Problems zufallen. Denn sie ist Garant für Veränderungen. Also müssen in Städten die Veränderungen zukunftsgerecht gestaltet werden." Mit diesen Worten eröffnete Jürgen Forkel-Schubert vom Referat Umweltbildung der Behörde für Umwelt und Energie in Hamburg sein Impulsreferat zum WAP. Er skizzierte die Kernbereiche des Weltaktionsprogrammes BNE 2015-2019, benannte die Neuerungen im Vergleich zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014", wie etwa den "Wegweiser" (Roadmap), die Entwicklung vom Projekt zur Struktur, Evaluationsschritte 2017 und 2019 sowie die mögliche Verlängerung um weitere fünf Jahre.

In der anknüpfenden Arbeitsphase erörterten die Teilnehmenden die praktische Seite der Bildungs-Medaille. Sie bildeten vier Arbeitsgruppen (AGs), die jeweils von Antje Kurz (Neugraben fairändern) sowie von den HARBURG21-Lenkungsgruppenmitgliedern Regina Marek, Frank Wiesner und Dr. Chris Baudy geleitet wurden. Dabei stellten die Teilnehmenden die Hauptthemen (Mobilität, Lebensstile, Jugend und Bildung) des Ersten Netzwerktreffens 2014 in den Rahmen des Weltaktionsprogrammes: Mobilität & Verkehr (AG1), Verantwortung von Wirtschaft, Handel und Handwerk (AG2), Stärkung & Mobilisierung der Jugend (AG3) sowie Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (AG4).

Im abschließenden Plenum präsentierten die AGs ihre Ergebnisse, die die Teilnehmenden anhand von Beispielen guter Praxis für ihren Themenfokus erarbeitet hatten: Menschen können erfolgreich zum Umdenken und entsprechendem Handeln gebracht werden unter beziehungsweise mit folgenden ...

(a) Bedingungen wie finanzielle Ressourcen, Pioniergeist und Durchhaltevermögen, Produkt-/Serviceangebote, Rechtsgrundlagen und politische Weichenstellungen, mediale Präsenz/Kommunikation etc.;

(b) Vorgehensweisen wie zum Beispiel ganzheitliche (Verkehrsnetz-) Planung, Entwicklung/Nutzung von entsprechenden Bildungsmaterialen, Fortbildungen und verantwortliche Einbindung von Mitarbeitenden oder auch von Lernenden in das jeweilige Arbeits- und Lernumfeld (Schulgärten, Wasserlabore und Klimaschutzaktivitäten als Ressourcen-, Umwelt- und Klimaaschutz-Agenten in der Schule mit Zertifikat), Bonussysteme und Qualitätssicherungsverfahren beziehungweise -Siegel und -Checks, Netzwerkaktivitäten;

(c) Erfolgskriterien wie verändertes Verbraucher-/Kaufverhalten, Zunahme der autofreien Verkehrsnutzung usw.;

(d) mögliche weitere Schritte oder Wünsche für die Zukunft wie beispielsweise ein bezirklicher autofreier Tag, lokale Carsharing-Angebote für E-Mobilität, ein größeres Qualitätsbewusstsein im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, mehr Eine-Welt-Kioske in Schulen und ein größeres aktives Kollegium.

Die zum Ende der Veranstaltung abgefragte Rückmeldung (per Daumen nach oben oder nach unten) ergab mehrheitlich ein positives Bild. Vor dem Verlassen des Veranstaltungsortes um kurz nach zwanzig Uhr genossen einige Teilnehmende die restlichen bio-fairen und veganen Leckereien und regionalen Getränke und lobten die Veranstaltung. Nicole Rust, Lehrerin und Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz-UK-Beauftragte der hiesigen Handelsschule H10, verabschiedete sich mit den Worten: "Herzlichen Dank für den spannenden Austausch heute Abend." (Chris Baudy)

Zur weiteren Lektüre empfehlen wir folgende Seiten mit weiterführenden Links:

> Zweites Harburger Netzwerktreffen (Ankündigung)
> Bildung für nachhaltige Entwicklung
> UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung
> Folgeaktivitäten/Weltaktionsprogramm 2015-2019.
> Bildungsaktivitäten im Raum Harburg

Chris Baudy
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