Dieses Funkeln in den Augen

Berkan Algan im Trikot von Altona 93. Foto: Stahlpress Medienbüro

Fußballtrainer Berkan Algan hat für neue Euphorie bei Altona 93 gesorgt

Von Folke Havekost. Der neue Spieler hat Vorrang. Berkan Algan greift zum klingelnden Telefon und bespricht mit dem Sommerzugang von Altona 93 das nächste Lauftraining und weist ihn – kleine Gesundheitsberatung inklusive – auf die Bedeutung der Milchsäureproduktion für die Muskelkapillare hin. Dann hat auch der Koch der „Bar Vivo“ noch eine Frage.

Mit dem SV Lurup stieg er auf, dann kam er zum AFC


Berkan Algan, Fußballtrainer, Barbesitzer und ehemaliger Dribbelkünstler. Mag das Multitasking zwischen Tresen, Telefon und Leinwand schon beachtlich sein: Dass der in Schenefeld wohnende Familienvater den Traditionsverein Altona 93 als Coach aus seinem Dornröschenschlaf geweckt hat, ist noch erstaunlicher. „Wenn ich sehe, wie bei Menschen die Augen funkeln, dann lohnt sich die Arbeit“, erklärt der 39-Jährige sein Credo.
Nach dem Abstieg aus der Regionalliga 2009 pilgerten zwar immer noch gut 600 Fans zu jedem Altonaer Heimspiel – doch die sportliche Perspektive fehlte. Als Algan im August 2015 als neuer Trainer vom Landesligameister SV Lurup kommend an der Adolf-Jäger-Kampfbahn antrat, bewirkte er eine neue Euphorie. Der Verein meldete für die Regionalliga, das Aufstiegsspiel gegen Eichede besuchten 3.700 Zuschauer – Rekord seit Januar 2004, als der FC St. Pauli zum Pokal antrat. Der Aufstieg wurde erst in der Nachspielzeit verpasst.
In der Jugend spielte Algan, dessen Vater Behcet in Ottensen einen bekannten Friseursalon betreibt, bei St. Pauli. Mit 20 wechselte er zur Nachwuchsmannschaft des 1. FC Köln, doch mit der Profikarriere klappte es trotz weiteren Versuchen bei HSV und St. Pauli nicht.
Immerhin spielte er 2001 für den finnischen Verein Haka Valkeakoski im Europapokal. Damals stand dem Dribbelkünstler seine Ungeduld im Weg, fasst er seine Spielerkarriere zusammen.
Mit Altona 93 hat er mehr Geduld. „Der Wandel der Mannschaft in eine Einheit braucht Zeit“, sagt Berkan Algan.

Zoff um Lipke

Benjamin Lipke (32) war in der abgelaufenen Saison Kapitän der Altonaer, die beinahe in die Regionalliga aufgestiegen wären. Doch beim entscheidenden letzten Spiel der Aufstiegsrunde fehlte Lipke, der in den lange geplanten Mallorca-Urlaub geflogen war. Seine Mannschaft pfiff aufgrund zahlreicher Verletzungen personell aus dem letzten Loch. Allerdings war Lipkes Urlaub gebucht worden als nicht klar war, dass der Verein für die Aufstiegsrunde melden würde. Zudem war er wegen der ersten beiden Spiele einige Tage später abgeflogen.
Der Vertrag des Kapitäns wurde offenbar aus Verärgerung über dessen Urlaub nicht verlängert. Der ehemalige AFC-Spieler beklagte sich über die Art und Weise der Trennung im Fachblatt „Sportmikrofon“, das auch Algan anhörte, wobei der Trainer die Urlaubsreise des Spielers als nicht akzeptabel bezeichnete.
Übrigens: Beim ersten Saisonspiel, bei dem sich der AFC 2:2 von Dassendorf trennte, wurde Lipke nicht verabschiedet. MG
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