Die Tore fielen erst zum Schluss

Das Ü30-Team von Altona 93 wurde Hamburger Meister auf dem Siebener-Feld. (Foto: pr)

Fußball: Altonas Ü30-Frauen sind erstmals Hamburger Meister

Von Rainer Ponik

Wer einmal am Sonntagmorgen um 9 Uhr bei Hamburger Schmuddelwetter auf dem Grandplatz am Trenknerweg vorbeigeschaut hat, weiß, was „ehrlicher Fußball“ made in Altona bedeutet. Die dreißig- bis sechsundfünfzigjährigen Frauen, die dort im Dress des Altonaer Fußball-Clubs von 1893 gegen den Ball treten, sind mit Spielfreude, Einsatz und Leidenschaft dabei.
„Unser Team ist vor neun Jahren von Müttern gegründet worden, die keine Lust mehr hatten, ihren kickenden Töchtern immer nur beim Training zuzusehen“, erzählt Karin Kagelmann. Prompt wurde beschlossen, fortan selbst aktiv gegen den Ball zu treten. Es war die Geburtsstunde von Altonas „Ü30“-Team.

Mit dem neuen Trainer ging es aufwärts
Nach ersten Punktspielen ließ sich das neue Team auch von den anfangs recht deftigen Niederlagen mit vielen Gegentoren nicht abschrecken. Diese harten Zeiten sind vorbei, denn seitdem Trainer Jan Lübben die Regie am Trenknerweg übernommen hat, ging es in sportlicher Hinsicht steil bergauf. „Jan hat aus der Schießbude der Liga eine feste Größe im Hamburger-Kleinfeld-Fußball gemacht“, spricht Karin Kagelmann von einem „Glücksfall“ für ihre Mannschaft.
In der Spielzeit 2015/16 konnten die Altonaer Damen nicht nur gut mithalten, sondern auch viele Spiele gewinnen, so dass es vor ein paar Tagen beim Auswärtsspiel in Lemsahl sogar zum Showdown um die Staffelmeis-terschaft kam. Bei Nieselregen traf der AFC auf hochmotivierte und technisch starke Gastgeberinnen, die im Schnitt ­– wie so oft ­– mehr als zwei Jahrzehnte jünger waren als die Mannschaft aus Altona, der noch ein Sieg fehlte, um den großen Traum vom ersten Meistertitel wahr werden zu lassen.
Zur Halbzeit führte Lemsahl mit 1:0, doch die Altonaer ließen sich davon nicht beeindrucken. Durch viel Kampfgeist und Siegeswillen gelang den Gästen in der torreichen Schlussphase dann tatsächlich noch ein 3:5-Sieg.
Natürlich ging es nach dem Abpfiff auf und neben dem Platz hoch her: Die Altonaerinnen konnten schon zwei Spieltage vor Saisonende mit großem Jubel, Tränen des Glücks, Fangesängen, Goldregenfontänen und Sektduschen ihre erste Hamburger Meisterschaft feiern.
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