Aus Hartz 4 zur eigenen Boxschule

Olympisches Boxen ist die Spezialdisziplin von Torben Koop (r.). Foto: pr

Torben Koop bringt in der Sternschanze jedermann Boxen bei

Von Fritz Schenkel. Wer Torben Koop auf die Gesundheitsschädlichkeit oder die Profiversion seiner Sportart anspricht, muss mit längeren Klarstellungen rechnen. „Berufsboxen ist Zirkusboxen, wo die Phantasie der Verbände eine große Rolle spielt. Und in einer vom Olympischen Komitee aufgestellten Rangfolge der Verletzungshäufigkeiten rangiert Olympisches Boxen noch einen Platz hinter Tischtennis.“ So lautet in etwa die Kurzform.
Torben Koops Sportart ist Olympisches Boxen. Der 48-Jährige betreibt ein „privates Lehrinstitut“ dafür und den Boxclub Epeios, der bis vor wenigen Monaten noch im Schanzenhof zuhause war. „Bis der dann den Plänen eines privaten Investors geopfert worden ist.“ Bekanntlich mussten mehrere Mieter nach dem Verkauf an Moritz und Maximilian Schommartz das ehemalige Montblanc-Gebäude räumen. Epeios hat beim SC Sternschanze einen neuen Unterschlupf gefunden.

Club-Bilanz: „Hälfte gewonnen, Hälfte verloren“

Torben Koops Weg zum Boxen war ein weiter. „Ich war damals mit einer antifaschistischen Boxgruppe in der Weltrevolution tätig. An ein besseres Leben glaube ich immer noch. Aber nicht, indem man Steine auf unterbezahlte Polizeibeamte wirft oder unverständliche Flugblätter verfasst“, so seine Rückschau. Danach wechselte er zum Thaiboxen, absolvierte sogenannte Galas in irgendwelchen Hinterhöfen im Ruhrgebiet oder in Steilshoop. Und irgendwann kam er eben zum Olympischen Boxen.
Doch dieser Lebensentwurf löste Fragen nach dem „Wie weiter?“ aus. Nach einem Jahr Hartz 4 beantwortete Koop diese Sinnkrise am 1. Januar 2006 mit der Gründung seiner eigenen Boxschule. Um Mitglied im Deutschen Boxverband werden zu können, folgte die Gründung eines eingetragenen Vereins. „Für einen jungen Klub ist unsere Kampfbilanz ansehnlich“, sagt Koop. „Hälfte gewonnen, Hälfte verloren.“
Im Hamburger Boxverband ist Koop Sportwart und Breitensportbeauftragter, „mein Steckenpferd“. Die von ihm entwickelten Konzepte „Sportboxen“ und „Wettkampfsparring“ sind auf diejenigen bis Mitte 50 zugeschnitten, die „richtig boxen wollen“, seit drei Jahren sind diese Konzepte auch vom Deutschen Boxsport-Verband anerkannt.
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