Zur Veranstaltung "Gemeinsam mit Flüchtlingen leben" vom 5.2. in der Werkstatt 3

Am Donnerstagabend war der Saal in der W3 mit mehr als 100 BesucherInnen überfüllt. So viel Rückenwind hatten selbst die Organisatoren Wohnprojekt Bunte Mischung, Kolbenhof e.V., Flüchtlingsrat Hamburg und die Werkstatt 3 nicht erwartet.

„Das Interesse im Stadtteil an diesem Thema zeigt: Jetzt müssen endlich auch für Flüchtlinge Wohnungen gebaut werden und auf dem Kolbenhofgelände kann die Kommunalpolitik dies umsetzen. Mit dem Baurecht hat der Bezirk ein starkes Instrument. Alle Fraktionen im Planungsausschuss haben unseren Vorschlag begrüßt, im Wohnungsbauprogramm eine Mindestquote für Flüchtlinge vorzusehen. Nicht alleine unser Wohnprojekt, in dem jede siebte Wohnung für Menschen vorgesehen ist, die bisher aus den städtischen Massenunterkünften nicht rauskommen, sondern Altonas Politik und Verwaltung und auch der Senat müssen jetzt handeln.“
Viel Beifall bekam nicht nur Monika Kempe vom Wohnprojekt Bunte Mischung, sondern auch SprecherInnen aus dem Publikum, u.a. Carsten Wagner von der Lawaetz-Stiftung, Horst Schneider und Heike Sudmann (Beide die Linke), Antje Möller (Grüne), sowie Simone Borgstedt vom Unterstützerkreis der Lampedusa Flüchtlinge.

Tobias Trapp von Kolbenhof e.V. machte deutlich, mit welcher rasanten Gewinnentwicklung der Eigner rechnen dürfte, wenn der Bebauungsplan nicht mehr Industriegelände sondern Wohngebiet ausweist. Es handele sich um mehr als 30.000 qm, für die Rheinmetall statt 70 Euro mindestens 1200 Euro erwarten darf.

Dr. Liane Melzer unterstrich vor diesem Hintergrund, dass im städtebaulichen Vertrag zumindest ein Drittelmix (Eigentum, freie Mieten, geförderte Mieten) vorzusehen sei, woran sich in Hamburg Investoren inzwischen gewöhnen mussten.
Ebenfalls begrüßte sie die Initiative der Veranstalter. Als Beteiligte im Prozess der Aushandlung des Städtebaulichen Vertrages zwischen verschiedenen Akteuren von Behörden und Investor, hätte sie jedoch nur eine Stimme. Diese Stimme sei gebunden an das Votum der Bezirksversammlung und ihres Planungsausschusses. Das sei ja prima, so Monika Kempe, da haben uns alle Fraktionen Unterstützung signalisiert.

Aus dem Pulikum berichteten Menschen über die vielen von Politik und Verwaltung aufgestellten Hindernisse gegen die direkte Aufnahme von Flüchtlingen als Mieter z.B. in WG`s.
Dem Moderator Burkhard Plemper gelang es zwischen den verschiedenen an diesem
Abend diskutierten Vorschlägen, wie die unwürdige Unterbringung von Flüchtlingen in Massenunterkünften beendet werden kann, Brücken zu schlagen.
Einig waren sich alle darin, dass der Prozess der öffentlichen Auseinandersetzung weitergehen muss, bis das Recht auf menschenwürdiges Wohnen für Flüchtlinge in dieser Stadt umgesetzt ist.

6.2.15
Holger Griebner
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