Zur Depression verdonnert

Hans-Peter Linde und Ursel Heinrich hoffen auf Hilfe von Lesern mit ähnlichen Erfahrungen.

Ursel Heinrich kämpft seit Jahren gegen Schmerzen – und gegen eine Diagnose

Von Miriam Roersch.
Hans-Peter Linde und seine Lebensgefährtin Ursel Heinrich kämpfen seit fünf Jahren – gegen ständige Schmerzen und eine Diagnose, die in Stein gemeißelt scheint.
Vor dieser Zeit, 29 Jahre lang, war ihre Welt in Ordnung. Das glückliche Paar war gesund, reiste viel um die Welt. Für ihr Hobby gingen beide mit 60 Jahren in Rente. Doch anstatt fremde Länder kennenzulernen, sieht die heute 67-Jährige ständig Krankenhäuser. Anstelle von Urlaubern trifft der 68-Jährige auf Ärzte, die ihm immer das Gleiche berichten.
Es fing schleichend an bei Ursel Heinrich. Nun kommt die Frau ohne die Hilfe ihres Mannes und eines Rollators nicht mehr auf die Toilette. „Wenn ich atme, zerreißt es mir den Darm“, versucht sie die Schmerzen zu beschreiben, die in jeder Körperhaltung und bei jeder Bewegung auftreten. Jeder Luftzug verursache ein Brennen und starke Darmbewegungen im Oberbauch. Die eingefallene Frau liegt auf dem Sofa im Wohnzimmer der gemeinsamen kleinen Wohnung. Sie hält sich mit beiden Händen den Bauch. Der Druck verringert leicht die permanente körperliche Qual, die Heinrich zweimal in einen Selbstmordversuch trieb. Einmal im Juli 2010, einmal im August 2013.
Seitdem verschließt Hans-Peter Linde die Tabletten, die seiner Lebensgefährtin beim Einschlafen helfen, in einem Schrank. Doch seit damals steht für die Ärzte fest, dass Ursel Heinrich an einer schweren Depression leidet. „Ich kann es den Ärzten noch nicht einmal verübeln“, sagt sie. Denn: Sämtliche körperliche Untersuchungen, die anfangs gemacht wurden, waren ohne jeden Befund.
Ihre längeren Krankenhausaufenthalte verbringt Heinrich nun in der psychiatrischen Abteilung. „Meine Schmerzen habe ich trotzdem noch.“ Sie ist verzweifelt: „Ich bete ständig, dass sie mal aufhören.“ Hans-Peter Linde gibt nicht auf. Mit Fachabteilungen für seltene Erkrankungen steht er in Kontakt. Bislang ohne Erfolg. Weil die eine Klinik sich auf Kinder spezialisiert hat. Weil eine andere Klinik erst wieder in einem Jahr Termine vergibt.
Das Paar hofft nun auf Menschen, die ähnliche Symptome kennen und Hilfe gefunden haben. Bitte mit dem Stichwort „Diagnose“ an post@wochenblatt-redaktion.de mailen oder unter Tel 85 32 29 33 anrufen. Das Elbe Wochenblatt gibt die Informationen an die beiden weiter.
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