Zomia-Bauwagenleute verlassen Platz an der Schützenstraße

Der Demonstrationsleiter der Zomia-Bauwagenleiter (Bildmitte) verhandelte mit der Polizei. Während sich bei Hunderten von Anhängern im Hintergrund die Stimmung aufschaukelte, war das Gespräce zwischen Polizei und Zomia zwar zäh, aber besonnen. Ergebnis zum Schluss: Die Zomianer durften auf den gewünschten Demonstrationszug gehen; im Gegenzug verließen sie das besetzte Gelände.
Ein Großaufgebot von 370 Polizisten war ab 13.30 Uhr rund um den am Vormittag von den Zomia-Bauwagenleuten besetzten Platz an der Ecke Schützenstraße/Leverkusenstraße im Einsatz: Der Platz sollte geräumt werden.
Polizei und Bauwagenleute verhandelten bis in den Abend und erreichten einen Kompromiss:Die Bauwagenleute versprachen, wieder zurück nach Wilhelmsburg zu gehen; dafür durften sie eine spontan angemeldete Demonstration durchziehen. Die Polizei begleitete den Zug der rund 300 Zomianer und ihrer Anhänger über die zeitweilig voll gesperrte Stresemannstraße und Altonaer Straße zum Bahnhof Sternschance. Der Verkehr staute sich auf Kilometer. Die Demo verlief friedlich und löste sich gegen 20.45 Uhr auf; die Zomias zogen sich wieder auf ihren Platz am Ernst-August-Kanal in Wilhelmsburg zurück.
Was wollen die Zomia-Bauwagenleute? In Wilhelmsburg (Bezirk Mitte), wo sie seit anderthalb Jahren stehen, erwartet sie in nächster Zeit die Räumung, und es sieht nicht so aus, als ob sie noch Raum zum Verhandeln hätten.
Rettung in letzter Sekunde nahte durch die regierende SPD und GAL-Koalition im Bezirk Altona. Die bot den Bewohnern der sieben Bauwagen an, nach Altona zu kommen. Vorläufig sollen sie am Holstenkamp, auf dem Gelände des dortigen Senioren Centrums unterkommen. Mitgeliefert wurde ein Versprechen der Fraktionsvorsitzenden Thomas Adrian (SPD) und Gesche Boehlich (GAL): Man werde sich darum kümmern, dass die Zomia Leute so schnell wie möglich einen endgültigen Platz in Altona bekommen.
Doch die Zomias lehnten den Platz ab und besetzten überraschend den Platz an der Schützenstraße. Eine Sprecherin der Bauwagenleute erklärte dem Wochenblatt:„Die Umgebung eines Seniorenheims passt nicht zu uns... und wir wollen den alten Leuten ja auch nicht die Spazierwege wegnehmen.“Außerdem sei die Verkehrsanbindung an der Schützenstraße besser. Vor allem aber traue man dem Versprechen der Altonaer Politik nicht, schnell einen dauerhaften Platz zu finden, der den Bauwagenleuten gefällt.
Beißen die Zomia-Leute mit der Besetzung in Altona nicht ausgerechnet die Hand, die sie füttern will? Die Zomia-Sprecherin: „Die machen das doch nur, um Markus Schreiber den Rücken frei zu halten.“ Schreiber, SPD-Bezirksamtsleiter des Bezirks Mitte, hat unmissverständlich klar gemacht, dass der Bauwagenplatz in Wilhelmsburg geräumt werden;Beobachter erwarten die Räumung in den nächsten Tagen und Stunden.
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