Zahlt die Stadt zu viel an den Investor Fewa?

Bauen ist ein gutes Geschäft in Hamburg. In Eidelstedt gibt es Streit um Kosten für das neue Quartier am Hörgensweg (Foto: panthermedia)

Streit über Zuschüsse für Flüchtlingswohnungen am Hörgensweg

Von Carsten Vitt

Die Bürgerinitiative Sozial gerechtes Eidelstedt lehnt das Flüchtlingsquartier am Hörgensweg nach wie vor ab, die CDU wittert einen Skandal um Zuschüsse, der Investor schweigt zu Vorwürfen. Neue Zutaten für einen Dauer-Konflikt in Eidelstedt.
Zunächst 350 Wohnungen sollen auf dem ehemaligen Gärtnerei-Gelände zwischen A 23, AKN-Strecke und umliegenden Siedlungen entstehen. Die sogenannten Expressbauten waren für bis zu 1.500 Flüchtlinge geplant. Nach einem Kompromiss mit Bürgerinitiativen sollen jedoch nur in 175 Wohnungen Geflüchtete einziehen, der Rest soll an andere Gruppen vermietet werden.
Der private Investor Fewa hat offenbar Sondervereinbarungen mit der Stadt abgeschlossen. Demnach sollen für die Unterkunft bis zu 11,3 Millionen Euro zusätzlich an den Bauherren fließen, so die FDP-Abgeordnete Jennyfer Dutschke. Streicht Fewa das Geld ein, obwohl die Gebäude gar nicht so genutzt werden, wie ursprünglich vorgesehen war? Der Investor antwortet nicht auf Anfragen des Elbe Wochenblatts.
Laut Stadtentwickungsbehörde sind die Vereinbarungen für das Quartier am Hörgensweg ein „reguläres Vorgehen“. Fewa bekomme im Grunde dieselben Zuschüsse wie andere Privatinvestoren auch, die Sozialwohnungen bauen. Hinzu komme allerdings ein extra Betrag von 2,50 Euro monatlich pro Quadratmeter, da Fewa am Hörgensweg einen höheren Aufwand als bei anderen Sozialbauten habe – zum Beispiel für zusätzliche Fluchtwege oder eine Lärmschutzmauer zur Autobahn hin. Dieser Baukostenzuschuss wurde für eine Dauer von 15 Jahren für 350 Wohnungen vereinbart. Aber bereits früher werden weniger Flüchtlinge dort wohnen. Bekommt Fewa das Geld trotzdem? Darüber gebe es noch Gespräche, heißt es von der Behörde.
Der Eidelstedter CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Philipp Heißner wirft dem Senat Versagen vor: „So schaffen SPD und Grüne keine Akzeptanz für Flüchtlinge in Eidelstedt, sondern säen Zweifel und Misstrauen in der ganzen Stadt.“
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Horst Klemeyer aus Eidelstedt | 27.05.2017 | 10:04  
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