Zahlen fürs Parken

Park-and-Ride-Plätze werden gebührenpflichtig,
aber Bahrenfeld bleibt vorerst kostenfrei

Von Christiane Handke.
Am Park-and-Ride-Platz an der Friedensallee können Pendler aus den Außenbereichen Hamburgs ihre Autos stehen lassen und von der S-Bahnstation Bahrenfeld aus weiter in die Innenstadt fahren. Bisher war das Parken kostenlos – doch auf lange Sicht soll es Geld kosten.
Hintergrund: Am Stadtrand parken und mit der S-Bahn zur Arbeit fahren – diese Möglichkeit bieten die 49 städtischen P+R-Häuser. Ab Juli will die Stadt nach dem Vorbild anderer Kommunen, zum Beispiel München, Parkgebühren erheben. So sieht es ein neues Entwicklungskonzept vor, das vom Senat bereits beschlossen wurde. Autofahrer sollen pro Tag zwei Euro, pro Monat 20 Euro oder 200 Euro im Jahr für einen Parkplatz zahlen. Mit dem Geld will man laut Wirtschaftsbehörde den Qualitätsstandard der Anlagen verbessern.
Das Parkdeck Bahrenfeld ist allerdings im Vergleich zu anderen P+R Plätzen in Hamburg bisher nichts weiter als eine schlichte Unterstell-Möglichkeit für Autos. Das rechtfertigt (noch) keine Gebühren. Hochbahn-Sprecherin Maja Weihgold: „Für die Gebühreneinführung sind bestimmte Qualitätsstandards vorgesehen, die in Bahrenfeld noch nicht vorhanden sind.“ Dazu gehören unter anderem die Ausweisung von Behinderten-, Frauen- und möglichst auch Elternstellplätzen, eine eindeutige Beschilderung, gute Beleuchtung, Videoüberwachung, Informations- und Notrufeinrichtungen und Überwachungspersonal.
Für Bahrenfeld ist vorgesehen, die überdachten Bereiche instandzusetzen und die Beleuchtung zu verbessern. Zusätzlich soll eine Audio-/Videoanlage mit Notruffunktion installiert werden. Das alles befindet sich, so Maja Weihgold, noch im Planungsstadium – als Zeitrahmen für die Umsetzung und die Einführung von Gebühren wird Ende 2015 bis 2018 angegeben.
Der ADAC kritisiert die Pläne des Senats ohnehin aufs Schärfste: „Wir finden es unmöglich, dass Park+Ride-Gebühren erhoben werden“, sagt Sprecher Christian Hieff. „Das ist ein riesiger Fehler und verkehrspolitischer Unsinn.“ Denn als Konsequenz würden die Menschen wieder mit dem Auto in die Stadt fahren und nicht mehr auf die Bahn umsteigen.
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