Wut über dreiste Gehwegparker

Gehwegparken in der Straße Am Sood in Ottensen: Aus Sicht der Autofahrer eine Lappalie, doch Anwohner ärgert dieses Fehlverhalten. (Foto: rs)

Anwohner Am Sood sauer über Passivität von Behörden und Politik

Von Reinhard Schwarz.
Sie sind ein Dauerärgernis: Gehwegparker. Vor allem in Ottensen mit seinen schmalen Straßen und Gehwegen nehmen sie Fußgängern, Menschen mit Gehhilfen oder Kinderwagen und Rollstuhlfahrern den Platz weg. Doch die Einsichtsfähigkeit der Falschparker hält sich in Grenzen. Glück hat, wer Gehwegparker auf ihr Fehlverhalten anspricht und nicht angepöbelt wird.
Anwohnerin Brigitte Simonsen regt sich seit längerer Zeit über Gehwegparker in der Straße Am Sood auf. Bisher erfolglos. „Derzeit parken viele Handwerker in der Straße, die sagen, sie müssen hier arbeiten, aber das ist doch nicht mein Problem.“ Kürzlich habe sie einer Mutter mit Kinderwagen geholfen, das Gefährt über falsch parkende Autos zu hieven. Auch eine Dame mit Rollator habe sie dabei unterstützt, auf der Straße um einen besonders dreisten Falschparker herum zu gehen.
Bei der Verkehrspolizei im Revier in der Mörkenstraße ist das Problem bekannt. „Es gibt im Stadtteil einen erheblichen Parkdruck, das wird von uns auch überwacht“, erklärte Polizeisachbearbeiter Jürgen Meß auf Anfrage. Grundsätzlich sei der Gehweg als Parkfläche „tabu“, sagte der Beamte. Doch was unternimmt die Polizei konkret gegen dreiste Falschparker? „Wir begegnen Verstößen durch polizeiliche Überwachung“, sagte Uwe Rehmke, Leiter der Abteilung Prävention und Verkehr. Doch gerade die Straße Am Sood sei „kein Rausreißer.“ Hier bestehe „kein besonderer Handlungsbedarf“. Die Beamten waren nach der Wochenblatt-Anfrage sofort vor Ort, konnten aber nicht übermäßig viele Verstöße feststellen.
Bei der Politik ist die Meinung gespalten. Aus Sicht von Henrik Strate (SPD) müsse durchaus etwas geschehen: „Ich könnte mir gegen chronische Falschparker Frankfurter Hüte vorstellen, das sind Gummiteile, die auf dem Kantstein angebracht werden und diesen erhöhen.“ Tim Schmuckall, Verkehrsexperte der CDU, hält das für „Populismus“. Sein Indiz für ein Überhandnehmen des Falschparkens seien Beschwerden von Feuerwehr und Müllabfuhr. „Die haben sich aber bisher nicht gemeldet.“ Das sei aber kein Freibrief für Gehwegparker: „Die Straße Am Sood ist breit genug, da muss man nicht auf dem Gehweg parken.“
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