Wollen die Bahrenfelder keinen Wochenmarkt?

Kirsten Köpcke verkauft in Bahrenfeld immer mittwochs Obst vom eigenen Hof und Gemüse.

Hamburgs zweitkleinster Wochenmarkt hat zu wenig Kunden.

Er ist lütt, hübsch und und sehr persönlich: Bahrenfelds Wochenmarkt ist nach dem Markt auf der Veddel, der nur vier Stände hat, der zweitkleinste in ganz Hamburg. Doch er ist in Schwierigkeiten: Es kommen zu wenig Kunden. Am vergangenen Mittwoch war Krisensitzung. Die Frage, um die sich alles drehte: Durchhalten oder dicht machen? Ergebnis: Der Markt bleibt bestehen, in der Hoffnung, dass es besser wird.
Ein Fleischer, ein Eiermann, Florian Stoll mit seiner „Fischkiste“, ein Bäcker, der Obst- und Gemüsestand von Kirsten Köpcke – das ist der Wochenmarkt in der Lyserstraße. Vor einem Jahr wurde er auf der Kirchenge-meindefläche eröffnet, findet seitdem dort immer mittwochs ab 14 Uhr statt. Bärbel Dauber und ihre Mitarbeiter vom Luthercampus hatten sich damals durch eine ganzen Wald von Vorschriften kämpfen müssen, um diesen Markt möglich zu machen. Ein Jahr später rätseln alle: Warum wird er so schlecht angenommen?
Ist der Markt zu abgelegen? Eigentlich nicht: In Lyserstraße, Sibeliusstraße, Friedensallee und den angrenzenden Straßen wohnen Tausende von Menschen.
Wissen immer noch zu wenig Leute, dass es den Markt gibt? Oder können sich die Anwohner keine Einkäufe auf dem Markt leisten?
Tatsächlich ist die Gegend nicht unbedingt ein Reichenviertel. Das zeigt schon die Tatsache, dass die wöchentliche Ausgabe von kostenlosen Lebensmitteln durch die Kirche so überlaufen ist, dass keine neuen Klienten mehr aufgenommen werden können.
Aber aufzugeben, nur weil ein Markt „etwas für Reiche“ sein soll – das geht Dauber gegen den Strich. „Eigentlich“ sagt sie, „hatte ich gehofft, dass gerade die Menschen, die von der Essensausgabe profitieren, sich Frisches vom Markt dazuholen.“ Dass Wochenmärkte nicht nur in den Elbvororten funktionieren, beweist der Markt in der Großen Bergstraße.
Der Markt an der Lyserstraße kann nur auf Dauer bestehen, wenn die Händler kein Minusgeschäft machen. Das heißt: Die Bahrenfelder haben es in der Hand, ob sie ihren Wochenmarkt behalten.
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