Wo sind die Skulpturen der Gartenbauausstellung von 1914 geblieben?

Auf dem Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf wiedergefunden: Schützende Mutter von Ludolf Albrecht.
 
Die etwas märchenhaft wirkendende Skulptur aus Muschelkalk von Arthur Bock wurde auch in der Gartenbauaustellung 1914 ausgestellt.
Altona feierte 1914 anlässlich des 250 jährigen Bestehen, das Ereignis mit einer Gartenbauausstellung die es von Aufwand und Größe her für damalige Zeit in sich hatte. Die Ausstellung fand in den Parks am Elbhang statt, in dem der Donners-Park den Mittelpunkt bildete. Es wurde dort nicht nur die schönste Gartenkunst gezeigt und viele Unterhaltungsmöglichkeiten angeboten, es gab auch zahlreiche Skulpturen von bekannten Künstlern zu sehen, die das städtische Parkgelände verschönerten. Aber wo sind sie heute geblieben? Was ist mit ihnen geschehen? Gibt es sie noch? Einige der Skulpturen sind gar nicht so weit vom heutigen Parkgelände entfernt und sind in unmittelbarer Nähe zu finden. Zum Beispiel der Seelöwe aus Stein, der in der Nähe vom Planschbecken im heutigen Fischers Park steht, bekam damals in der Gartenausstellung sehr viel Beachtung, als Wasserfontänen speiende Brunnenskulptur in einem Wasserbecken, das auf dem Gelände oberhalb Donners-Park stand. Die Tänzerin, eine Skulptur aus Bronze, entworfen von Ludolf Albrecht, ist heute im Jenischpark zu finden, auch sie hatte 1914 einen besonderen Platz im Donners-Park bekommen und war für die Ausstellungsbesucher ein echter Augenschmaus, was sie heute noch ist, denn sie hat von ihrer Schönheit kaum etwas verloren. Nahe Elbchaussee/Rosengarten steht eine Skulptur aus Stein „Schäfer mit Schafen“ von dem Künstler Karl Spethmann, die wahrscheinlich heute noch an ihrem Original Standort steht, aber leider sehr versteckt und dadurch kaum noch beachtet wird. Bei meiner Recherche entdeckte ich Hinweise auf zwei weitere Skulpturen die in der Gartenbauausstellung, im Bereich Friedhofskunst Donners-Park ausgestellt wurden und es soll sie noch geben. Der Weg führte mich auf dem Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Mit zwei schwarz weiß Fotos bewaffnet, auf denen die von mir gesuchten Objekte zu sehen waren, fragte ich mich auf dem Friedhof durch und hatte mich verschätzt wie weitläufig doch das Gelände ist. Nach einer Weile traf ich eine sehr hilfsbereite Angestellte der Gartenabteilung. Sie wusste wo sich eine meiner gesuchten Skulpturen befand und führte mich dort hin und tatsächlich, die Skulptur aus Granit mit dem Namen „Schützende Mutter“ die auch von Künstler Ludolf Albrecht erschaffen wurde, stand nach langem Suchen plötzlich leibhaftig vor mir. Etwas, was ich bisher nur aus schwarz weiß Fotomaterial von den Fotografen Emil Puls her kannte, der damals die Gartenbauausstellung 1914 mit seiner Kamera gekonnt festhielt. Heute ist die Skulptur ein Grabmal, der Grabstätte Zenning/Deussen. Um nun die weitere noch fehlenden Skulptur zu finden, musste ich von dort aus den kompletten Friedhof überqueren. Vorbei an Gräber berühmter Leute, wie zum Beispiel Hans Albers, den ich dort zufällig entdeckte. In der Nähe Friedhofseingang Eichenlohweg, fand ich sie dann endlich, die etwas märchenhaft wirkendende Skulptur aus Muschelkalk, die von dem bekannten deutschen Bildhauer Arthur Bock entworfen wurde und trägt den Namen "Stätte des Scheidens". Heute ist auch sie ein Grabmal, für die Grabstätte der Familie Nordheim.
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