Wo digital nicht besser ist

Ein Stadtteil kämpft für seine Vitrine. Foto: pr

S-Bahnhof Reeperbahn: Bahn will Reklamedisplay statt Stadtteilvitrine

Horst Baumann, St. Pauli
Eine Vitrine soll weg: Sie ist zwar nicht wirklich gut in Schuss, aber dennoch ein Hingucker am S-Bahnhof Reeperbahn. Neben Plakatwänden und Sitzgelegenheiten leuchtet auf dem Bahnsteig eine der letzten Bahnsteig-Vitrinen Hamburgs. Seit über 20 Jahren wird sie von der Gemeinwesenarbeit (GWA) St. Pauli gemietet, genutzt und liebevoll dekoriert. Kurz vor Weihnachten bekam der Verein nun die Kündigung – dort sollen „digitale Werbedisplays“ angebracht werden. In der Begründung heißt es, dass die Bahn im Zuge der Modernisierung der Haltestelle Reeperbahn plane, die Vitrine ersatzlos abreißen zu lassen. Sie passe nicht mehr ins Bild.
Gemeinsam mit der Nachbarschaft werden jetzt Unterschriften und Protestmails gesammelt. Die GWA hofft, die Bahn dadurch noch umstimmen zu können. Über 100 Protestmails mit unterschiedlichen Botschaften haben die St. Paulianer schon an die Bahn geschrieben.
Am Donnerstag, 8. Februar, dem letzten Tag vor der vom Vermieter gewünschten Schlüsselübergabe, lädt die GWA St. Pauli die Nachbarschaft und Passanten ein, sich kreativ am Protest zu beteiligen. Von 15 bis 18 Uhr wird die Vitrine Schauplatz einer Performance, an der sich alle Anwesenden spontan beteiligen können.
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