Wird der Altonaer Fernbahnhof verlegt? Bahn will erst prüfen.

Fern- und Regionalbahnhof Altona: Wo jetzt noch Züge fahren, sollen einmal 1.900 Wohnungen stehen. Doch die Bahn will bis Ende 2013 prüfen, ob eine Verlegung des Bahnhofs überhaupt Sinn macht.

Entscheidung erneut aufgeschoben - Politiker in Altona sauer.

Von Reinhard Schwarz.
Kalte Dusche für die Bezirkspolitik in Altona: Die Deutsche Bahn (DB) AG schiebt ihre Entscheidung, den Fern- und Regionalbahnhof Altona zu verlagern, weiter vor sich her.
In einer Erklärung des Vorstands heißt es, die Bahn habe „weitere Planungskosten zur Untersuchung der beiden Varianten des Fernbahnhofs Altona an den Standort Diebsteich (Verlagerung) und Ertüchtigung des derzeitigen Zustandes (Weiterführung) freigegeben“.
Im Klartext: Die Bahn weiß immer noch nicht, ob sie den Fern- und Regionalbahnhof zum Diebsteich verlagern will oder nicht. Das Ergebnis der Prüfung (Kosten: 13 Millionen Euro) soll Ende 2013 vorliegen.
Für Stadtplaner und Kommunalpolitik bedeutet diese Erklärung der DB eine mittlere Katastrophe, hatte man doch für den zweiten Bauabschnitt des Riesen-Bauvorhabens „Mitte Altona“ 1.900 neue Wohnungen fest eingeplant. Zusammen mit den 1.600 Wohnungen im ersten Bauabschnitt sollen insgesamt 3.500 Wohnungen entstehen. Das Areal des ersten Bauabschnitts ist bereits privatisiert.
Verärgert zeigte sich Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose. Die Bahn habe im Sommer 2010 versprochen, den Fernbahnhof zu verlegen: „„Seither sind zweieinhalb Jahre vergangen, und nun erfolgt überhaupt erst die gutachterliche Prüfung, ob eine Verlegung möglich ist.“
Thomas Adrian, SPD-Bezirksfraktionschef, sagt sogar: „Vertreter der Bahn hatten schon 2008 in Altona der Politik deutlich gemacht, wohin ihre Tendenz geht.“ Nämlich zur Bahnhofsverlagerung zum Diebsteich.
Wie weiter? Nach Auffassung der Altonaer FDP ist ein Planungsstopp fällig, erklärt Bezirksfraktionschef Lorenz Flemming: „Die Bahn führt uns an der Nase herum.“ Es dürfte nicht noch mehr Geld für die Planung eines neuen Stadtteils verschwendet werden, solange nicht klar sei, ob dieser überhaupt gebaut werden kann.
Auch die Linke spricht sich für einen Planungsstopp aus, aber aus anderen Gründen. „Wir wollen den Fern- und Regionalbahnhof am derzeitigen Standort erhalten. Der Bahnhof hat für Altona eine erhebliche Bedeutung“, sagt Fraktionschef Robert Jarowoy.
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