Will der Senat nicht auf die Bürger hören?

Innenhofbebauung: Initiative „Bahrio 68“ sieht Bürgerbeteiligung ausgehebelt

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld

Sie wünschen sich Licht, Sonne und ein wenig Grün: Doch für die Bewohner des Häuserblocks zwischen Stresemann-, Schützen-, Leverkusen- und Ruhrstraße sieht die Zukunft eher düster aus. Denn der gesamte Blockinnenbereich des Quartiers soll nach dem Willen des Hauseigentümers mit vier- bis fünfstöckigen Häusern bebaut werden (das Elbe Wochenblatt berichtete). Jetzt wurde der Fall – für alle Beteiligten überraschend – an die Senatskommission für Stadtentwicklung und Wohnungsbau („SenKo“) übertragen.
Den Anwohnern, die in der Vergangenheit vehement gegen die Pläne gekämpft hatten, bleibt dadurch kaum noch eine Möglichkeit, sich zur Wehr zu setzen.
„Wir sind empört, dass rechtlich festgelegte Verfahren zur Bürgerbeteiligung hier gezielt ausgehebelt werden“, sagen die Mitglieder der örtlichen Initiative „Bahrio 68“.

Bereits seit drei Jahren wird das Vorhaben („B-Plan Bahrenfeld 68“) im Planungsausschuss der Altonaer Bezirksversammlung diskutiert. Zuletzt hatten sich die Parteien auf eine Höhe von drei Stockwerken plus Staffelgeschoss geeinigt – dadurch würde die Verschattung der Bestandsgebäude zumindest etwas geringer ausfallen.
Doch Bauherr Rolf Behrmann möchte mindestens eine Etage mehr: „Unter vier Stockwerken plus Staffelgeschoss lohnt es sich wirtschaftlich nicht“, sagt er. Nach der aktuellen Planung Behrmanns sollen drei Gebäuderiegel mit 95 Wohnungen – ein Drittel davon mit öffentlicher Förderung – und 66 Tiefgaragenplätzen entstehen.
Die SenKo wurde Anfang 2015 eingerichtet, um in baurechtlichen Konfliktfällen mehr Tempo machen zu können. Sven Hielscher (CDU), Vorsitzender des Altonaer Planungsausschusses, glaubt, dass die Entscheidung damit gefallen ist: „Der Senat setzt sich meines Wissens für die größere Lösung ein“, sagt er.
Auf der anderen Seite scheint den Bauherrn die lange Warterei inzwischen völlig zermürbt zu haben: „Im Moment mache ich mir kaum noch Hoffnungen“, sagt Rolf Behrmann. Man könne das Gelände auch anders nutzen. „Wenn der Senat allerdings unbedingt bauen will, bin ich bereit – unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen stimmen.“
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