Wieder dabei

Verteidigten ihre Direktmandate in Hamburg, aber die SPD macht demnächst wieder Opposition: Die Bundestagsabgeordneten Matthias Bartke (Altona), Niels Annen (Eimsbüttel) und Johannes Kahrs (Mitte, v.l.). Fotos: ki/PR

Bundestagswahl: In Hamburg verliert die SPD drastisch, holt aber noch fünf Direktmandate

Mrochem/ Vitt, Hamburg-West
In Hamburg haben die Parteien der Großen Koalition die Plätze getauscht: Die SPD rauschte wie die Union im Bund in die Tiefe. 23,5 Prozent, knapp neun Prozent Verlust. Die CDU bekam am meisten Stimmen (27,2 Prozent), verlor aber auch etwa fünf Prozent. Drittstärkste Kraft sind die Grünen mit 13,9 Prozent, so viele Stimmen holten die Grünen in keinem anderen Bundesland. Die Linke kommt auf 12,2 Prozent, die FDP liegt bei 10,8 Prozent. Die AfD bekommt in Hamburg mit 7,8 Prozent bundesweit das schlechteste Ergebnis. Wahlbeteiligung: 75,9 Prozent – 5,6 Prozentpunkte höher als 2013.Insgesamt ziehen 16 Hamburger Abgeordnete in den neuen Bundestag ein. Fünf der sechs Direktmandate konnte die SPD verteidigen. Matthias Bartke (Altona), Niels Annen (Eimsbüttel), Johannes Kahrs (Mitte) Metin Hakverdi (Bergedorf-Harburg) und Aydan Özoguz (Wandsbek) sind per Erststimmen erneut gewählt. Nur im Wahlkreis Hamburg-Nord setzte sich der CDU-Politiker Christoph Ploß durch.
Über die Landesliste wurden aus Hamburg zudem Rüdiger Kruse (CDU), Anja Hajduk (Grüne), Katja Suding (FDP), Wieland Schinnenburg (FDP) und Fabio de Masi gewählt. Außerdem werden Zaklin Nastic (Linke), Bernd Baumann (AfD), Manuel Sarrazin (Grüne), Christoph de Vries (CDU) und Marcus Weinberg (CDU) nach Berlin gehen.
Scholz: Ergebnis hat nichts mit G20 zu tun
Hamburgs Bürgermeister und SPD-Bundesvize Olaf Scholz sieht die Schlappe seiner Partei bei der Bundestagswahl nicht als Bewertung der Arbeit des rot-grünen Senats und auch nicht als Nachwehe des G20-Gipfels in der Hansestadt. „Die Wählerinnen und Wähler sind so klug, zwischen Wahlen zum Bundestag und zur Bürgerschaft klar zu unterscheiden“, so Scholz.
In der Hamburger Innenstadt demonstrierten am Sonntagabend spontan 500 Menschen gegen die AfD. Die Demo verlief laut Polizei ohne Zwischenfälle.


Ergebnisse
Wahlkreis Altona: CDU  24,9
SPD 20,5
Grüne 17,9
Linke 15,7
FDP 11,2
AfD 5,5

Wahlkreis Eimsbüttel: 
CDU  26,9
SPD 22,2
Grüne 17,0
Linke 12,4
FDP 11,3
AfD 5,9

Wahlkreis Mitte: 
CDU  23,5
SPD 24,0
Grüne 14,4
Linke 15,0
FDP 9,3
AfD 8,0

Hamburg: 
CDU  27,2
SPD 23,5
Grüne 13,9
Linke 12,2
FDP 10,8
AfD 7,8

(Zweitstimmen in Prozent)
Quelle: Landeswahlamt
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