Wieder Ärger um „Aktiv Transport“

Irgendwie passen die beiden Schilder auf dem Rewe-Parkplatz an der Barnerstraße nicht richtig zusammen: Besser leben.... am Haken?

Korrekt geparktes Auto abgeschleppt?

Aktiv Transport. Der Name jagt vielen Hamburger Autofahrern die Zornesröte ins Gesicht. Immer wieder wird gerichtlich gegen die Methoden dieses Abschleppunternehmens vorgegangen. Oft mit Erfolg. Aber anscheinend nicht oft genug.
Dem Wochenblatt liegt jetzt ein weiterer Fall vor.
Physiotherapeutin Philippa S. (Name der Redaktion bekannt), arbeitet an einem Sonnabendnachmittag in ihrer Praxis in Bahrenfeld. Danach will sie sich mit einer Freundin in Ottensen treffen und einkaufen. Sie fährt los, stellt ihr Auto um 19.55 Uhr auf dem Rewe Parkplatz in der Barnerstraße ab. Dort darf man zwei Stunden lang parken. S. trinkt einen Kaffee mit ihrer Freundin, kommt zurück zu Rewe, kauft ein und ist knapp vor Ablauf der zwei Stunden an ihrem Auto. Beziehungsweise an der Stelle auf dem Parkplatz, wo ihr Auto war. Denn das ist weg, abgeschleppt.
Es ist kalt, es ist dunkel. Philippa S. muss ihr Auto in einer abgelegenen Ecke Bahrenfelds abholen, halb Industriebrache, halb Kleingartengelände. Am Ende einer Piste voller Schlaglöcher steht sie vor einer vergitterten Bude: „Eine gruselige Gegend, düstere Gestalten. In dem Käfig saß ein Mann und wollte 220 Euro von mir. So viel Geld hatte ich nicht mit. Aber mit Karte bezahlen ging nicht. Nur bar.“
Wieder eine Taxifahrt - zum Geldschalter und zurück. Sie löst ihr Auto aus und fragt: „Wie lange ist der denn schon hier?“ Antwort: „Seit 18.20 Uhr“. Das kann gar nicht sein. Zu diesem Zeitpunkt war S. in ihrer Praxis, und das Auto stand noch gar nicht auf dem Rewe Parkplatz.
Nachgefragt bei der Rewe-Pressestelle. Nach Aussage von Pressesprecherin Daniela Beckmann haben Rewe und Aktiv Transport Folgendes vertraglich vereinbart: 1. Nach Ablauf der maximalen Parkdauer greift eine Kulanzzeit von weiteren 30 Minuten. 2. Vor dem Abschleppen erfolgt eine Lautsprecherdurchsage im Laden, damit der betroffene Autobesitzer sein Auto „ohne jegliche Kosten“ vom Parkplatz holen kann. Und 3: „Alle Schritte werden unter Zeugen protokolliert und für den Nachweis aufbewahrt“. Für diese Protokolle solle man sich an Aktiv Transport wenden. Auf weitere Nachfragen antwortet Rewe nicht.
Das Wochenblatt hat mehr als sechs Wochen lang versucht, verantwortliche Mitarbeiter von Aktiv Transport persönlich sowie über Mails und Telefonanrufe zu einer Aussage zu bewegen oder an das Protokoll zu kommen. Vergebens. Es bestätigt sich, was bekannt ist: Dieses Unternehmen reagiert nur, wenn es verklagt wird.
Philippa S. ist wütend: „Man fühlt sich so ohnmächtig. Die sagen einfach, man würde lügen. Aber wie kann ich beweisen, wann ich auf dem Parkplatz war? Das lass ich mir doch nicht abstempeln! Ich habe für 15 Euro eingekauft und musste 220 Euro zahlen. Das sind Mafia Methoden!“
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