Wie dicht darf hier gebaut werden?

Kämpfen für den Erhalt ihrer Wohnqualität und gegen „Extremverdichtung“: Anwohner von Friedensallee und Hohenzollernring der Initiative „Otte 60“. Foto: rs

Anwohner von Hohenzollernring und Friedensallee wehren sich gegen geplante Wohnungen im Hinterhof

Von Reinhard Schwarz. Für den Investor ist es eine wertvolle Baufläche, für die Anwohner ihr ruhiger Hinterhof. Was mit dem Innenhof zwischen Friedensallee und Hohenzollernring passieren soll, sorgt für Streit, seitdem der Grundeigentümer dort Wohnungen bauen will.
Derzeit befinden sich dort alte Garagen, ein Tonstudio und viel Grün. Anwohner genießen die Ruhe und den Ausblick – noch. Der gültige Bebauungsplan lässt für den Hinterhof nur Gewerbebauten zu.
Um Wohnungsbau zu erlauben, müsste der B-Plan „Ottensen 60“ geändert werden. Um seinen Inhalt wird erbittert gestritten.
Ein runder Tisch soll beide Seiten zusammenbringen. Kürzlich tagte er zum vierten Mal. Teilnehmer sind Anwohner, die sich zur Initiative „Otte 60“ zusammengeschlossen haben, Abgesandte von Politik und Verwaltung sowie der jetzige Bauträger, die Otto Wulff Bauunternehmung.
Nun soll die Verwaltung prüfen, wie dicht die Nachbarschaft bislang bebaut ist. Auf Basis dieser Untersuchung soll ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt werden. Planungsbüros werden sich Gedanken darüber machen, wie eine Innenhofbebauung aussehen könnte. Der Haken dabei: Otto Wulff könnte als Auftraggeber Einfluss nehmen. Firmenchef Stefan Wulff hat bereits durchblicken lassen, dass man den Planungsbüros nach oben hin keine Begrenzung vorgeben will und sich etwa 120 bis 140 Wohnungen vorstellen könnte mit einer Fläche von circa 12.000 Quadratmetern.
Die Ini „Otte 60“ sieht hingegen ihre Schmerzgrenze bei einer dreigeschossigen Bebauung mit etwa 7.000 Quadratmetern Fläche und 70 Wohnungen – also fast halb so viel. „Wir halten eine moderate Verdichtung für annehmbar“, erklärt Hannes Classen von „Otte 60“: „Der Stadtteil darf seinen Charakter nicht verlieren.“ Eine „Extremverdichtung“ werde man nicht hinnehmen und „mit allen gewaltfreien Mitteln blockieren“.

Weitere Infos
Der Streit um die Hinterhofbebauung wird auch im Internet ausgefochten. Beide Seiten stellen ihre Positionen dort aufwändig dar.
Die Anwohner unter
www.otte60.de

Otto Wulff hält nun mit einer eigens eingerichteten
Projektwebsite dagegen
www.ottensen60.de
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