Wer tauscht mir mein kaputtes Geld?

Jürgen Breustedt freut sich: Bei der Commerzbank gabs einen ganzen Fünf-Euro-Schein im Tausch gegen den ramponierten, dem fast eine ganze Hälfte fehlte. Allerdings mit Rückversicherung: Wenn die Bundesbank die kaputte Banknote nicht akzeptiert, werden die fünf Euro vom Konto abgebucht.

Ein kleiner, unrepräsentativer Wochenblatt-Bankentest.

Musiklehrer Jürgen Breustedt aus Bahrenfeld hat einen halben Fünf-Euro-Schein im Geldbeutel. Der wurde ihm irgendwie untergejubelt. Breustedt glaubt, wie viele: Wenn man einen kaputten Schein bei der Bank vorweist, der größer ist als die Hälfte, dann bekommt man dafür einen neue Geldnote. Mit dem Wochenblatt an seiner Seite, machte Jürgen Breustedt den Praxistest - und musste feststellen: Leider stimmt das so nicht.
Zuerst zur Sparda Bank. Dort hat Breustedt sein Konto. Hilft nichts - der Tausch des Geldscheins wird ohne Angabe von Gründen verweigert:  „Das machen wir nicht.“ Bei der Haspa lehnt ein junger Mann sehr freundlich, aber ebenso eisern ab: „Ja, der Geldschein ist größer als die Hälfte, aber wir tauschen nur dann, wenn zwei Drittel vorliegen.“ Er rät: „Bringen sie ihn zur Bundesbank am Rödingsmarkt.“
Weiter zur Deutschen Bank. Der distinguierte Herr am Schalter will den Fünf-Euro Schein auch nicht. Er erklärt: „Die Geldscheine haben zwei Nummern. Wir sind angewiesen, beschädigte Scheine nur dann zu nehmen, wenn beide zu sehen sind.“ Eine skurrile Anweisung - denn die eine Nummer auf dem Geldschein ist auf der einen Hälfte, die andere auf der anderen. Einen Scheine so in zwei Teile zu zerreißen, dass beide Nummern auf einem Teil zu sehen sind - das ist schon Kunst. Zum Schluss gibt es auch hier den Rat, zur Bundesbank zu gehen.
Ein letzter Versuch: In der Commerzbank trifft Jürgen Breustedt auf die erste Frau am Schalter. Und die findet im Handumdrehen eine wahrhaft salomonische Lösung. Allerdings: Ein Konto bei der Commerzbank muss man haben. Glück gehabt - die Wochenblatt-Redakteurin hat eins.
Die Beraterin notiert die Kontonummer, nimmt den ramponierten Fünfer entgegen und tauscht ihn gegen einen makellosen: „Wir reichen den kaputten Schein für Sie bei der Bundesbank ein. Wenn die den nehmen, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, ziehen wir die fünf Euro von Ihrem Konto wieder ein.“


Beschädigte Banknoten: Nur die Bundesbank muss tauschen.

Was ist denn nun das letzte Wort in Sachen „Umtausch beschädigter Banknoten“? Das Wochenblatt fragte ganz oben nach, in der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank. Rico Wondrejz aus dem Stab der Bundesbankpräsidentin gab Auskunft: „Die Bundesbank leistet für beschädigte Euro-Banknoten Ersatz, wenn entweder mehr als die Hälfte des Geldscheins vorgelegt wird oder nachgewiesen wird, dass die fehlenden Teile von Geldscheinen, von denen die Hälfte oder weniger vorgelegt wird, vernichtet wurden. Eine Geschäftsbank kann beschädigtes Bargeld annehmen und an die Bundesbank weiterreichen, muss es aber nicht.
Die Kunden sollten zunächst ihre Bank oder Sparkasse fragen, ob sie bereit ist, das Geld an eine der Bundesbankfilialen weiterzuleiten. Wenn nicht, können die Kunden das beschädigte Geld auch direkt bei einer Bundesbankfiliale abgeben.“
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