Wer sind die Leute aus dem Internet?

Michael Borkowski - Bürgerreporter der ersten Stunde. (Foto: pr)
 
Hans-Jürgen Andresen ist viel auf der Großen Bergstraße unterwegs. Er beobachtet, hört hin und schreibt: schräge, ganz und gar subjektive, sprachlich bezaubernde Texte über die Lage der Menschen in Altona-Altstadt.

Vorgestellt: Wochenblatt-Bürgerreporter.

Seit dem Herbst 2011 können Wochenblatt-Fans unter www.wochenblatt.de ihre Zeitung im Computer lesen. Und selber als Bürgerreporter dazu beitragen: von sich erzählen, Artikel kommentieren und auf Schönes, Schlimmes und Schräges aus ihrem Viertel aufmerksam machen. Wir stellen einige unserer eifrigsten Schreiber vor.
Michael Borkowski (52) aus Altona-Altstadt ist vom ersten Tag an dabei: „Bürger schreiben für Bürger - das begeistert mich. Ich bin Hobby-Historiker. Im Wochenblatt kann ich das, was ich über meinen Stadtteil herausgefunden habe, weitergeben, es bleibt nicht unbeachtet in der Schublade liegen. Ich kann die Leser auf Entdeckungsreise vor ihre eigene Haustür schicken - das macht mir Spaß. Inzwischen bin ich richtig bekannt im Stadtteil. Ich bekomme sogar Dankesbriefe!“
Hans-Jürgen Andresen (51) ist der Dichter unter den Bürgerreportern. Sein subjektiver Blick auf die Welt ist scharf aber niemals bösartig, seine Texte haben einen ganz eigenen Ton. „Im Prinzip braucht man nur durch Altona zu laufen und schon findet sich eine Story... im Supermarkt, beim Betrachten der Menschen, beim Aufschnappen von Gesprächsfetzen.“ Hans-Jürgen Andresen hat bereits in Anthologien, Magazinen und Tageszeitungen Texte, Gedichte und Stories veröffentlicht und wurde Zweiter in einem Kurzgeschichten-Wettbewerb; Peter Härtling war in der Jury. Andresens Ziel: „Ein Buch, nein, mehrere Bücher!“
Der Bahrenfelder Gorden Isler (30) trommelte im Internet für die 15-jährige Tiruye aus Äthiopien, die, schwer herzkrank, nur noch eine Lebenserwartung von sechs Monaten hatte. Sein Aufruf erschien, die Reaktion war spontan: Leser des Wochenblatts bezahlten mit vielen anderen zusammen die 24.000 Euro teure Operation. Tiruye lebt, es geht ihr gut. Gorden Isler: „Ich wurde Bürgerreporter, um über die Arbeit unseres gemeinnützigen Vereins berichten zu können. Tatsächlich ist es anders kaum möglich, öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten. Ich finde es sehr wichtig, Zeitungen mit regionalem Schwerpunkt am Leben zu erhalten. In großen Zeitungen gehen kleine Projekte einfach verloren.“
Auch Tine Renngård (39) aus Ottensen gehört als Bürgerreporterin zum Wochenblatt. Oft müssen die Redakteure schlucken, wenn die gebürtige Norwegerin vom Leder zieht und dem Wochenblatt vorwirft, dass seine Position in der Lokalpolitik ganz schön zahm ist. Renngård schreibt, weil sie hofft, „über die Lokalpresse noch mehr Menschen zu erreichen.“ Ihr Vorschlag „Die Promiseite könnte gerne für mehr Bürgerreportagen freigegeben werden!“ ist übrigens auf offene Ohre gestoßen: Im neuen Jahr verschwindet unsere „Stadtgeflüster“-Seite und macht Platz für Texte aus den Stadtteilen.
Die Spezialität von Manfred Hagel (52) aus Harburg sind geschliffene Kommentare zu Artikeln aus dem Wochenblatt. Sein großes Talent: immer des Pudels Kern zu treffen - und jede Menge Sprachwitz. Er bedauert: „Schade, dass sich so wenige Harburger beteiligen.“ Was bedeutet ihm die Zeitung? „Das Elbe-Wochenblatt gehört zu meinen Kindheitserinnerungen. Die ausgelesenen Exemplare dienten noch als Unterlage beim Kartoffelnschälen und als Anzünder für den Ofen. Das Wochenblatt begleitet einen in beständiger Unaufgeregtheit durchs Leben, und irgendwann ist jeder alt genug um das zu schätzen.“

Wo gibt es wie viele Bürgerreporter?
Altona: 449
Bahrenfeld: 41
Ottensen: 45
St. Pauli: 40
Neustadt: 23
Eidelstedt: 32
Lurup: 37
Osdorf: 32
Schenefeld: 14
Halstenbek-Krupunder: 1
Lokstedt: 8
Stellingen: 33
Hoheluft-West: 12
Harvestehude: 11
Eimsbüttel: 222
Rotherbaum 12
Nienstedten: 7
Groß Flottbek: 24
Othmarschen: 23
Iserbrook: 21
Rissen: 21
Blankenese: 49
Sülldorf: 18
Veddel: 9
Moorwerder: 1
Kirchdorf: 15
Wilhelmsburg: 149
Elstorf: 1
Moorburg: 7
Neu Wulmstorf: 28
Finkenwerder: 42
Cranz: 2
Francop: 2
Neuenfelde: 5
Neugraben: 68
Hausbruch: 23
Harburg: 281
Ehestorf: 1
Fleestedt: 3
Rönneburg: 6
Meckelfeld: 10
Heimfeld: 35
Eissendorf: 25
Marmstorf: 24
Sinstorf: 5
Wilstorf: 9
Bostelbek: 9
Neuland: 4
Langenbek: 9

So werden Sie Bürgerreporter
Dem Elbe Wochenblatt geht jeder ins Netz: der eine früher, der andere später. Aber wir kriegen sie alle! Fast 2.000 Leser haben sich bereits als Bürgerreporter registriert. Sie schreiben über das, was sie interessiert: über Stadtteilfeste, entlaufene Hunde, über Sportveranstaltungen oder über die Parkplatznot vor der Haustür. So entsteht ein Abbild an Themen, die im Stadtteil gerade für Gesprächsstoff sorgen. Machen Sie mit, werden Sie Bürgerreporter. Die Anmeldung auf www.elbe-wochenblatt.de dauert keine fünf Minuten.
Dort findet man alle aktuellen Infos aus dem Stadtteil. Gut aufbereitet, nach verschiedenen Rubriken sortiert: Aktuelles, Lokales, Sport, Verlosungen, Kurzmeldungen, Veranstaltungen. Wer wissen möchte, was in seinem Stadtteil los ist, kommt an www.elbe-wochenblatt.de nicht vorbei.
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1 Kommentar
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 23.12.2012 | 18:21  
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