Wenn der Postmann gar nicht klingelt ...

Wieder nichts: Seit einigen Wochen findet Peter Menten kaum noch Post in seinem Briefkasten vor – und das liegt nicht etwa daran, dass ihm keiner geschrieben hätte. Foto: cvs

Grünebergstraße: Anwohner bekommen kaum noch Briefe – offenbar Probleme mit dem Zusteller

Ch.v.Savigny, Bahrenfeld
Der leere Briefkasten ist für Peter Menten, Anwohner der Grünebergstraße, mittlerweile zum gewohnten Anblick geworden. Seit Anfang November erhalten wir in dieser Straße kaum noch Post“, ärgert er sich. Von mindestens sechs Sendungen kann Menten berichten, die entweder gar nicht bei ihm ankamen oder um Wochen verspätet. Mal war es die neue Bahncard, die unterwegs im postalischen Nirvana verschwand, ein anderes Mal ein wichtiges Schreiben der Krankenkasse. Die bestellten Theaterkarten trafen zwar noch ein – allerdings um Wochen zu spät und vor allem erst nach der Veranstaltung. „Gottseidank konnten wir rechtzeitig Ersatz beschaffen“, sagt Menten.

Im Fokus: Straßen rund um den Bahrenfelder Bahnhof

Doch sollte er der einzige in der Gegend sein, dem es so ergangen war? Über ein Nachbarschaftsportal startete der geplagte Postkunde einen Umfrage – und erhielt eine Flut von Rückmeldungen. Auch hier ging es um verlorengegangene EC-Karten, Bahncards und sogar Einschreiben. Etliche Betroffene berichteten, sie erhielten höchstens dreimal pro Woche Post. Im Fokus: die Straßen rund um den S-Bahnhof Bahrenfeld, unter anderem Woyrschweg und Bahrenfelder Kirchenweg.
Bei der Beschwerdestelle der Deutschen Post wurde Peter Menten abgewimmelt, stattdessen – als Entschuldigung – bot man ihm an, Briefmarken im Wert von einigen Euro zu schicken. Unter der Hand hat Menten erfahren, dass es Probleme mit einem Austräger gab. „Warum geht die Post nicht offensiver damit um? Wir hatten ein Problem mit dem Zusteller. Tut uns leid. Fertig, aus! So ein großes Unternehmen darf das nicht einfach unter den Tisch kehren“, findet er. 
Was die Post dazu sagt, klingt deutlich vager, geht aber in die gleiche Richtung: „In der Vergangenheit kam es wegen des krankheitsbedingten Ausfalls des Stammzustellers in diesem Bereich zu Zustellmängeln, die trotz aller personellen Anstrengungen nicht kompensiert werden konnten“, erklärt Martin Grundler, Pressesprecher der Deutschen Post. Die kurzfristig eingesetzten Abrufkräfte seien mit dem Bezirk und den Abläufen nicht so vertraut gewesen. Mittlerweile sei der Zustellbezirk wieder dauerhaft besetzt. „Für die entstandenen Unannehmlichkeiten bitten wir unsere Kunden um Entschuldigung“, so Grundler.

Bundesnetzagentur ein zahnloser „Pudel“

Verbraucher haben kein Recht, Versorgung einzuklagen

Ch. v. Savigny, bonn
Mit seiner Beschwerde hat sich Peter Menten aus Bahrenfeld auch an die Bundesnetzagentur (BNetzA) gewandt. Diese hat bereits eine Stellungnahme von der Deutschen Post AG eingefordert. „Die Brief- und Paketzustellung muss mindestens einmal werktäglich erfolgen. Allerdings hat der Verbraucher nicht das Recht, dieses auch einzuklagen“, erklärt Olaf Peter Eul, Sprecher der BNetzA. Auch die rechtlichen Möglichkeiten der Bundesnetzagentur, bei vorübergehenden Qualitätsmängeln für zügige Abhilfe zu sorgen, seien beschränkt. Sanktionsmöglichkeiten wie etwa Bußgelder seien im Gesetz nicht vorgesehen, so Eul.Die BNetzA ist als Nachfolgerin des früheren Postministeriums für die Überwachung und Regulierung der sogenannten Netzmärkte zuständig. Dazu zählen Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen.
Das Regelwerk des Unternehmens nennt sich „Post-Universaldienstleistungsverordnung“, abgekürzt „PUDLV“ oder intern auch „Pudel“.
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