Wenn der Paketbote die Masern bringt....

In Hamburg sind Masern auf dem Vormarsch. Foto: panthermedia/Zerbor

Paketzusteller beliefert 300 Haushalte in Altona -
eine Woche später brechen bei ihm die Masern aus

ch. handke, altona

Ausgerechnet ein Mann, der beruflich mit Hunderten von Menschen zu tun hat, ist vergangene Woche an Masern erkrankt. Eine Kinderkrankheit? Ja, und zwar eine, die sehr gefährlich werden und tödliche Folgen haben kann. Der Erkrankte ist Paketzusteller und hat in der Woche vor dem Ausbruch seiner Krankheit rund 300 Pakete in Haushalten in Ottensen, Altona-Altstadt und Altona-Nord abgegeben. In der Zeit vom 11. bis zum 18. März kann er durchaus Menschen angesteckt haben ohne es zu wissen. Der Paketdienst, für den er arbeitet, hat die Adressen der belieferten Haushalte an das Gesundheitsamt gegeben; von dort haben alle Paket-Empfänger jetzt Post bekommen.
Restrisiko
vorhanden

Rathaus-Sprecher Martin Roehl: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es bei den Zustellungen in den vergangen Tagen zu einem Kontakt gekommen ist, der eine Infektion ermöglicht. Zwar wird die Möglichkeit eher als gering eingeschätzt, aber ein gewisses Restrisiko kann nicht ausgeschlossen werden.“
Was müssen die Betroffenen wissen? Eine Masernerkrankung kündigt sich mit Halsschmerzen, Schnupfen und Bindehautentzündung der Augen an; diese Symptome könnten ab Freitag, 20. März, aufgetreten sein. In diesem Fall schnell den Arzt anrufen - nicht gleich in die Praxis rennen , sonst gefährdet man weitere Menschen! Wenn 14 Tage nach der Zustellung des Pakets keine Symptome auftreten, kann Entwarnung gegeben werden.
Im Impfpass
nachsehen
Sicherheitshalber sollten aber alle, die ein solches Schreiben vom Gesundheitsamt bekommen haben, ihren Impfpass in die Hand nehmen und nachgucken, ob sie gegen Masern geimpft sind. Adressaten, die beruflich mit vielen Menschen zusammenkommen, zum Beispiel Lehrer, Erzieher, Krankenschwestern, sollen unabhängig davon, ob sie Krankheitsanzeichen zeigen, Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt Altona aufnehmen, bevor sie zur Arbeit gehen.
Für sonstige Fragen der Betroffenen steht der öffentliche Gesundheitsdienst unter den folgenden Telefonnummern zur Verfügung:

Tel 428 11 16 59,
Tel 428 54 46 88,
Tel 428 91 22 24

Masern auf dem Vormarsch
Bis heute wurden in Hamburg in diesem Jahr schon 37 Masernfälle gemeldet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur elf, im gesamten Jahr 2014 wurden 17 Masernfälle registriert.
Masern, die eigentlich per Impfung ausgerottet sein könnten, sind derzeit in Deutschland wieder auf dem Vormarsch. Der Grund: allgemeine Impfmüdigkeit und die aktive Verbreitung von Theorien über die Gefährlichkeit von Impfungen durch Impfgegner.
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