Weibliche Straßennamen für die Neue Mitte Altona

iner der wenigen weiblichen Straßennamen in Altona: der Ottenser Alma-Wartenberg-Platz. Foto: cvs

Wohngebiet bekommt eine Domenica-Niehoff-Twiete

Von Christopher von Savigny. Die Hansestadt Hamburg hat rund 9.000 Straßen und Plätze, vielleicht ein paar weniger. Genau 2.503 von ihnen sind nach Männern benannt – und 367 nach Frauen. Damit tragen lediglich zwölf Prozent der nach Personen benannten Straßen weibliche Bezeichnungen. Höchste Zeit, daran etwas zu ändern, befand vor zwei Jahren die Bezirksversammlung (BV) Altona und beschloss, künftig mehr weibliche Namen zu vergeben. Jetzt wurde das Vorhaben in die Tat umgesetzt: Ende Oktober standen auf der Tagesordnung der BV die 15 neuen Namen für die Straßen und Plätze der „Neuen Mitte Altona“. Zwölf von ihnen tragen weibliche Namen (siehe Kasten). Darunter befinden sich beispielsweise die Ex-Prostituierte und Streetworkerin Domenica Niehoff (1945-2009), die Schauspielerin Helga Feddersen (1930-1990) und die Komponistin Felicitas Kukuck (1914-2001). Und mit dem jüdischen Historiker Eduard Duckesz (1868-1944) nur ein Mann.

Für diesen Bauabschnitt sind alle Vorschläge gemacht


In Hamburg werden pro Jahr durchschnittlich 30 Straßen neu- oder umbenannt. Jeder Bürger kann Vorschläge machen. Laut Senatsrichtlinie sollen die Namen möglichst kurz und einprägsam sein, sie sollen „zur Pflege des Heimatgefühls und des staatsbürgerlichen Bewusstseins beitragen“.
Die Namensvorschläge werden von den zuständigen Bezirksämtern gesammelt und an das Staatsarchiv weitergereicht. Auch BV oder Regionalausschuss befassen sich üblicherweise mit den Vorschlägen. Die endgültige Entscheidung über die Namensvergabe liegt beim Senat. Zum aktuellen Stand, was die „Neue Mitte Altona“ betrifft, sagt Bezirksamtssprecher Jan Lengwenath: „Die zuständige Kulturbehörde ist den Vorschlägen der Bezirksversammlung weitestgehend gefolgt.“ Die Liste sei damit geschlossen. „Vorschläge können nicht mehr unterbreitet werden, jedenfalls nicht für diesen Bauabschnitt.“
Ein spannendes Kompendium zum Thema „weibliche Straßennamen in Hamburg“ hat die Landeszentrale für politische Bildung herausgegeben. Den Leser erwarten sorgsam und ausführlich recherchierte Informationen unter
❱❱ www.hamburg.de/frauenbiografien


Straßen und Plätze der Neuen Mitte Altona

Felicitas-Kukuck-Straße, Elfriede-Land-Weg, Recha-Ellern-Weg, Emma-Poel-Straße, Eva-Rühmkorf-Straße, Susanne-von-Paczensky-Straße, Erika-Krauß-Twiete, Helga-Feddersen-Twiete, Domenica-Niehoff-Twiete, Glückel-von-Hameln-Straße, Mariannenruh-Platz, Platz der Arbeiterinnen, Eduard-Duckesz-Straße, An der Kleiderkasse, Lille Torv.
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