Was wird aus dem Bunker an der Schomburgstraße?

Steht schon seit Jahrzehnten leer: der Hochbunker in der Schomburgstraße 6/8.

Öko-Kraftwerk mit Wohnungen für Künstler? Oder Künstlerateliers und Sozialwohnungen, finanziert durch teure Wohnungen?

Von Christopher von Savigny.
Wie geht es weiter mit dem Hochbunker in der Schomburgstraße? Was eine mögliche zivile Nutzung angeht, haben zwei miteinander konkurrierende Anbieter ihre Vorschläge eingereicht. Beide Pläne sehen günstig zu mietende Ateliers für Künstler und Kreative vor. Der Verein „Kebap“ („Kultur-Energie-Bunker-Altona-Projekt“) will außerdem ein Biomasse-Heizkraftwerk errichten, das an das Fernwärmenetz angeschlossen werden soll. Dagegen plant die Cadmus-Kulturstiftung, ihr Projekt mit Wohnungen zu finanzieren, die neben und auf dem Dach des Bunkers entstehen sollen.
Der 50 Meter lange und knapp 20 Meter hohe Betonklotz war 1943 gebaut worden. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) hatte vor einigen Jahren angekündigt, das Bauwerk aus der Zivilschutzbindung entlassen zu wollen.
Beide Vorschläge sind von langer Hand geplant: Im „Kultur-energiebunker“ von Kebap sollen neben Ateliers, Experimentier- und Filmwerkstätten auch eine Kantine und ein zentraler Begegnungsraum unterkommen. „Auf dem Dach könnte ein kommunaler Dachgarten entstehen,“ sagt Heike Breitenfeld von Kebap. Mieter hätten die Möglichkeit, Gemüse anzupflanzen oder sogar Bienen zu züchten. Eine Hälfte des Bunkers wäre von einem Kraftwerk belegt, das mit Holzschnitzeln betrieben wird.
Die Cadmus-Kulturstiftung wirbt mit Atelierwohnungen zum Preis von sechs Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. „Hamburg braucht Wohnungen“, sagt Stiftungsvorstand Manuel Cadmus. „Insbesondere für Leute, die wenig Geld haben.“ Bei einer öffentlichen Anhörung zum Thema hatte das Kebap-Projekt allerdings deutlich mehr Anhänger. „Kebap ist im Stadtteil verwurzelt, das Cadmus-Projekt wirkt abgehoben und hat keine Bezug zum Quartier“, sagte Barbara Eid (Altona).
Mit den beiden Vorschlägen befasst sich jetzt der bezirkliche Planungsausschuss, der letztendlich auch entscheidet. Im Fall des Heizkraftwerks ist das Genehmigungsverfahren etwas komplizierter: „Da das Ganze in einem Wohngebiet stattfinden soll, muss womöglich der Bebauungsplan geändert werden“, sagt Bezirksprecherin Kerstin Godenschwege.

SPD und Grüne haben sich jetzt im Bauausschuss für den Vorschlag von Kebab und gegen den von der Cadmus-Kulturstiftung entschieden. Harte Kritik kommt von der CDU: Bis ein Kraftwerk in der angedachten Größe genehmigt werde, könnten Jahre vergehen. Im schlimmsten Fall könne Kebab damit die Luft ausgehen.
Cadmus dagegen brauche ein solch aufwendiges Genehmigungsverfahren nicht, könne praktisch sofort 36 Wohnungen, davon 28 Sozialwohnungen, bauen.
Mit der Entscheidung sei die Chance vertan, schnell in guter Lage billige Wohnungen (sechs Euro/Quadratmeter kalt) zu erstellen.
Die Kulturstiftung Cadmus stellt ihr Konzept am Mittwoch, 7. November, um 19 Uhr im Treffpunkt Altona, Große Bergstraße 189 b, öffentlich vor. CH
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2 Kommentare
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Manuel Cadmus aus Altona | 12.11.2012 | 15:24  
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Dieter Schmidt aus Altona | 20.11.2012 | 14:35  
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