Warum so viel Polizei?

Protestaktion mit Polizeieinsatz im Schanzenviertel (Symbolfoto). Nach einem Info-Abend zum Konflikt um den Schanzenhof riegelten Einsatzkräfte offenbar die Eingänge zu dem Gewerbehof in der Bartelsstraße ab – Mieter kritisieren das als überzogene Reaktion. Foto: cv

Schanzenhof-Konflikt: Rätselraten um Einsatz

Von Carsten Vitt. Eingänge abgeriegelt, Kontrollen, Platzverweise: Neulich rückte im Schanzenhof plötzlich die Polizei an – die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was war da los?
Gekündigte Mieter des Schanzenhofs und Unterstützer hatten am 25. Februar zu einem Info-Abend in das Jesus-Center am Schulterblatt eingeladen (das Elbe Wochenblatt berichtete). Es gab unter anderem eine Diskussion zu möglichen Protestaktionen – etwa das geplante Schanzenfest Ende März. Als Mieter und einige Gäste nach der Veranstaltung den Hof zwischen Bartelsstraße und Schanzenstraße betreten wollten, rückten etwa 20 Polizisten in Kampfmontur an. Laut Zeugenberichten riegelten die Einsatzkräfte zeitweise die Zugänge des Hofs ab, hinderten Mieter und Besucher am Betreten, mehrere Leute wurden kontrolliert und durchsucht, es wurden Platzverweise erteilt. Zudem soll eine Besucherin – für Umstehende ohne ersichtlichen Grund – recht rabiat in einen Peterwagen gesetzt und auf eine Wache gebracht worden sein.
„Zu keinem Zeitpunkt wurde die Polizei provoziert oder bedroht. Im Gegenteil, die Beteiligten blieben außerordentlich besonnen und ruhig. Das Auftreten der Polizisten war hingegen aggressiv, einschüchternd und drohend, es wurde teilweise gebrüllt und gerempelt“, schildert ein Zeuge die Situation.

Warum der Einsatz?
Die Polizei rückte von sich aus an, da „eine Personengruppe des linken Spektrums“ versucht habe in den Schanzenhof zu gelangen. Bei dem Einsatz handelte es sich um „gefahrenabwehrende Maßnahmen“, so Sprecher Andreas Schöpflin. Anlass seien „zurückliegende Sachverhalte mit strafrechtlicher Relevanz zum Nachteil der Immobilienbesitzer der Gebäude des Schanzenhofes“. In den vergangenen Monaten hingen im Hof zeitweise Protest-Plakate und Banner, es gibt ein Graffito an den Wänden. Die Eigentümer Schommartz hatten diese immer wieder entfernen lassen.

War der Einsatz überzogen?
Für manche Beobachter ja, für die Polizei nicht. „Die Maßnahmen der Polizei sind generell als verhältnismäßig anzusehen“, meint Schöpflin.
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1 Kommentar
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Kai Dirksen aus Eimsbüttel | 19.03.2016 | 15:18  
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