Vorschulkinder können noch bleiben

Lena Hüser hat Sohn und Tochter in der Kita Wichmannstraße: Vorschulkind Helge (6) und die dreijährige Marieke. Die Kita schließt. Marieke wechselt vor den Sommerferien in einen neuen Kindergarten, Helge wird bis Schulbeginn mit den anderen zukünftigen Erstklässlern in den gewohnten Räumen betreut werden können.

Kita Wichmannstraße schließt zu den Sommerferien – zukünftige Erstklässler dürfen sechs Wochen länger bleiben.

Einen Weg zurück gibt es nicht mehr: Die Kita Wichmannstraße wird zum Sommer geschlossen. Die benachbarte Grundschule Groß Flottbek braucht die Räume. Versuche, in unmittelbarer Umgebung einen neuen Standort zu finden, sind gescheitert. Fazit: Diese Kita wird es in ein paar Monaten nicht mehr geben.
Kita-Leiter Niels Sievers scheint immer noch fassungslos, wenn er erzählt, wie es dazu gekommen ist. Die Kita war seit 20 Jahren als Mieter der Schulbehörde in Räumen der Schule untergebracht. Im vergangenen Jahr hatte man sich dafür beworben, auch den neu aufzubauenden Hort für die Schule zu betreiben. Falls das nichts werden sollte, gab es ein Angebot der Stadt, an einen anderen Standort zu ziehen. Sievers: „Für den Hort gab es einen anderen Bewerber. Der hat sehr lang überlegt, und wir haben gewartet. Und plötzlich stand das andere Angebot nicht mehr zur Verfügung.“ Die Hortträgerschaft bekam der Konkurrent aus Blankenese. Aus für die Kita Wichmannstraße.
Die jüngeren Kinder sind an andere Kitas umgemeldet worden und werden zu Beginn der Sommerferien dahin wechseln. Probleme aber macht die Betreuung der rund 20 Vorschulkinder. Nicoleta Baboi und Lena Hüser sind Mütter von sechsjährigen Jungs, die im Sommer zur Schule kommen: „Die Kita muss vor den Sommerferien schließen. Will man den Vorschulkindern tatsächlich zumuten, erst für sechs Wochen in eine andere Kita und anschließend in die Schule zu wechseln? Das ist doch Irrsinn!“
Hier wenigstens scheinen die Behörden einzulenken. Peter Albrecht von der Schulbehörde: „Wir gehen davon aus, dass die 20 Kinder am Standort betreut werden können, auch wenn das aufgrund der räumlichen Situation sicher nicht einfach umzusetzen sein wird.“ Nicht einfach wird es deshalb, weil die Schule die Räume in den Sommerferien umbauen wird und die Kita-Kinder voraussichtlich in Klassenräumen betreut werden müssen.
Die Sozialbehörde, zuständig für Kitas, greift das Angebot gerne auf. Behördensprecher Marcel Schweitzer: „Wenn die Schulbehörde dies ermöglicht, begrüßen wir das sehr!“
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