Vorne hui, hinten pfui?!

Von vorne sieht der Citti-Markt in der Großen Bergstraße tadellos aus. Hinten ist er nicht so schön: Auf der Rückseite des Gebäudes werden leere Kartons, Kisten und Plastik-Verpackungen meterhoch gestapelt. Fotos: ch

Gemüseladen stapelt Müll an der Rückseite seines Geschäfts. Nachbarn beschweren sich.

Bei Sturm und Wind ist es besonders schlimm. Dann findet Karl Hintze im Vorgarten des Mehrfamilienhauses in der Goethestraße, in dem er wohnt, jede Menge Müll. Und er weiß auch, woher der kommt: vom Gemüseladen Citti-Markt.
Der Citti-Markt verkauft an der Großen Bergstraße Obst und Gemüse. Die Kartonagen, Kisten und Papiere, in denen die Ware angeliefert wird, werden nach dem Auspacken gebündelt und auf der Rückseite des Ladens, an der Kleinen Bergstraße zur Goethestraße hin, auf dem Bürgersteig abgestellt. Ein- bis zweimal am Tag kommt der Wagen eines Recycling-Unternehmens vorbei und holt die Bündel ab.
„Wir gucken den ganzen Tag auf Müll“, sagt Karl Hintze. „Das ist kein schöner Anblick.“ Er habe dem Bezirksamt Bescheid gesagt; seines Wissens nach sei auch schon jemand vor Ort gewesen - geändert habe sich jedoch nichts. „Ich habe die Inhaber angesprochen, aber die sagen: Das Problem ist der Wind. Meines Erachtens ist das Problem, dass die Abfälle nicht gut genug gepackt sind, vieles daneben fällt und nicht aufgehoben wird“, beschwert sich Hintze, der seit Jahrzehnten in der Goethestraße lebt.
Auch das Gemüse- und Obstgeschäft ist schon lange da. Seit 23 Jahren versorgt der Citti-Markt die Nachbarschaft der Großen Bergstraße mit frischer Ware; betrieben wird er von den Brüdern Öztürk. Die erklären: Das, was der Nachbar als „Müll“ bezeichne, sei gar keiner, sondern Recycling-Material, das regelmäßig abgeholt werde. Im Gebäude sei kein Platz, um es windgeschützt und außer Sichtweite aufzubewahren. Deswegen werde es an der Rückseite des Ladens gestapelt.
Und das ist auch in Ordnung, sagt Bezirksamtssprecherin Kerstin Godenschwege. Denn die Gemüsehändler stapeln ihren Recycling-Müll nicht auf öffentlichem, sondern auf privatem Grund. Godenschwege: „Momentan wird durch ein Gerüst der Gehweg geringfügig eingeschränkt, doch die Restbreite von circa 1,25 Meter ist in dem wenig frequentierten Bereich vollkommen ausreichend.“
Es ist also alles rechtens. Trotzdem haben die Brüder eine gute Nachricht für ihre Nachbarn: Diese brauchen den Anblick der Stapel auf dem Bürgersteig angeblich nicht mehr lange zu ertragen: „2014 bekommt das Haus einen Anbau, in dem die Recyclying-Abfälle untergebracht werden.“
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