Vorgestellt: Franz Breit, Leiter des Hoftheaters Ottensen

Das Hoftheater Ottensen ist ein kleines Theater mit viel Atmosphäre; die roten Samtsitze wurden aus dem alten Ohnsorg-Theater gerettet. Theaterleiter Franz Breit bringt hier Kinderstücke auf die Bühne, beginnt jetzt aber auch mit einem Angebot für Erwachsene - zum Beispiel Lesungen.
 
Die Wände des Theaters sind teilweise mit alten Märchenkostümen prächtig dekoriert.

"Theater ist eine Sucht!"

Mit 18 Jahren war Franz Breit ausgelernter Konditor. Weil die Eltern das wollten. Er wollte was anderes: zum Theater. Nach dem Musikstudium stand er 20 Jahre lang als Buffo auf der Bühne, vor allem in Operetten, die ja bekanntlich schwerer zu singen sind als manche Oper.
„Mit 40 wollte ich nicht mehr. In den 80er und 90er Jahren wurde die Operette ja nur verhunzt“, sagt er. Der 55-Jährige arbeitete danach jahrelang bei einer Tourneebühne. Vor acht Jahren kam er unerwartet zu Geld: Er wurde aus seiner unkündbaren Wohnung herausgekauft. Kurzentschlossen steckte er jeden Cent in die Gründung seines „Norddeutschen Tourneetheaters“. Per Bus reist seine Truppe zu Schulen und Kindergärten und führt dort Stücke auf, fast alle verfasst von Jan Radermacher, der dem Ensemble angehört.
In den letzten drei Sommern haben Franz Breit und seine Schauspieler im Innenhof des Altonaer Rathauses Märchenstücke gezeigt - mit so großem Erfolg, dass der Gedanke keimte, ein festes Theater einzurichten. Im Januar 2011 wurde aus der Idee Wirklichkeit: Das Hoftheater in der ehemaligen Fabrik Abbestraße 33 war ursprünglich das Zuhause von Franz Breit. Dort probte er oft mit seinen Schauspielern, bis ihm eines Tages aufging: Meine Wohnung ist ja eigentlich perfekt für ein Theater! Der Vermieter machte mit. „Ohne seine Unterstützung hätte ich das nie geschafft!“
Franz Breit erinnert sich: „Die letzten Jahre, die haben an den Nerven gezerrt.“ Auf öffentliche Förderung wollte und will er sich nicht verlassen: „Das ist ein unerwartetes Geschenk. Normalerweise ist es so: Wenn es darum geht, neue Schuhe für mich oder Scheinwerfer fürs Theater – dann gewinnen immer die Scheinwerfer!“
Ewig von der Hand in den Mund, ständige Geldsorgen... Franz Breit stand kurz vor dem Burnout. Er sagt das ohne jedes Selbstmitleid. Leid tuts ihm um die Freunde und Kollegen: „Ich war immer so übellaunig!“
Doch das Schlimmste liegt hinter ihm: Das Theater läuft, ein Freundeskreis ist in Gründung, Franz Breit kann nachts wieder schlafen.
Deswegen hat er sich nach acht Jahren den ersten Urlaub gegönnt: drei Tage Dresden. „Natürlich bin ich dort auch ins Theater gegangen. Theater ist ja eine Sucht!“

Spielplan Hoftheater Ottensen
Sonnabend, 12. November, 20 Uhr, Ursel Frerichs erzählt Märchen für Erwachsene; Donnerstag, 17. November , 19 Uhr: Gastspiel Marionettentheater Thomas Zürn „Krabat“; Freitag, 18. November, und Sonnabend, 19. November, 20 Uhr: „Krabat“ , Gastspiel Marionettentheater Thomas Zürn; Sonntag, 20. November , 16 Uhr: „Krabat“, Gastspiel Marionettentheater Thomas Zürn; Donnerstag, 24. November,16 Uhr: „Eine Reise in die kleine Welt“, Marionettentheater Thomas Zürn; 20 Uhr „Strings“, Marionettentheater Thomas Zürn; Freitag, 25. November, 16 Uhr:„Eine Reise in die kleine Welt“, Marionettentheater Thomas Zürn; 20 Uhr „Strings“, Marionettentheater Thomas Zürn; Sonnabend, 26., und Sonntag, 27. November, 15 Uhr: „Die Bremer Stadtmusikanten“. Wegen Größe der Besetzung und Bühnenbild in der Theateraula Gaußstraße 171, gegenüber Eingang Thalia. 17. und 18. Dezember, jeweils um 14.30 Uhr und 16 Uhr im Hoftheater Ottensen: „Die Weihnachtsgans Auguste". Vorverkauf: Cleò für Kinder, Bei der Reitbahn 1, Tel 29 81 21 39, Info:
www.norddeutsches-tourneetheater.de
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.