Vierjähriger zündet Wohnung an

Das können die Folgen sein, wenn ein Kind ein Feuerzeug in die Hand bekommt: ein ausgebranntes Kinderzimmer. (Foto: pr)
Von Christoph Hasemann. Es ist März 2010, als der kleine Pavel ein Feuerzeug nimmt und sein Bett anzündet. Kurz darauf brennt das Kinderzimmer, die Wohnung ist nach dem Brand unbewohnbar. Jetzt mussten sich seine Eltern Beata K. (33) und Krzysztof K. (36) wegen fahrlässiger Brandstiftung vor dem Amtsgericht Altona verantworten.
An jenem Nachmittag im März war der Vater in einem Kiosk, ein Bier trinken, die Mutter hatte sich erst mit dem vierjährigen Sohn einen Kinderfilm angesehen, sich dann zu ihm gelegt und war eingeschlafen. Die beiden älteren Geschwister waren bei ihrem Großvater.
Als der Vater nach einer knappen Stunde nach Hause kommt, brennt die Wohnung. Daraufhin habe er, so berichtet er, „meinen Kleinen und meine Frau rausgebracht“ und dann versucht, das Feuer zu löschen. Das gelang ihm nicht, vielleicht auch, weil er mehr als zwei Promille intus hatte. Die Feuerwehr musste kommen.
Doch wie konnte es überhaupt zu dem Brand kommen? Beide Eltern sind Raucher, mindestens ein Feuerzeug war in Griffweite des Kindes. Beata K. sagt aus, ihr Sohn habe ihr das Feuerzeug gezeigt, mit dem er sein Bett angezündet habe – es sei nicht ihres gewesen. Der Junge habe erzählt, er habe das Feuerzeug unter dem Kopfkissen seiner großen Schwester gefunden. Ja, hat diese in einer Vernehmung bestätigt, sie habe dort ein Feuerzeug versteckt, von dem die Eltern nichts gewusst hätten. Aber warum? Denn Pavels Schwester, sagt die Mutter, „raucht hundertprozentig nicht.“ Einfache Erklärung: Das Mädchen sagt, das Feuerzeug sei so hübsch bunt gewesen.
Beide Eltern werden freigesprochen. Den Vater trifft keine Schuld; natürlich darf er sein Kind mit der Mutter alleine in der Wohnung lassen. Im Fall der Mutter meint der Richter: Es bestehen Zweifel daran, ob die Wohnung gebrannt hat, nur weil sie ihr Feuerzeug hat herumliegen lassen.
Trotzdem ermahnt der Richter das Paar: Der Brand solle ihnen eine Warnung sein, in Zukunft besser aufzupassen.
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