Viele Verlierer

Blick zum Diebsteich: Die Bahn verlegt den Fernbahnhof nach Norden. Foto: ch

Analyse im Auftrag von Spiegel Online stellt Verlegung des Fernbahnhofs schlechtes Zeugnis aus

Entsteht in Altona Hamburgs Stuttgart 21? Diesen Vergleich zieht „Spiegel online“ nach Auswertung einer Analyse der Firma Motion Intelligence. Von der Verlegung des Fernbahnhofs hätten 169.000 Hamburger Vorteile, 231.000 Menschen müssten Nachteile in Kauf nehmen. Insgesamt 62.000 Hamburger kämen künftig schlechter zur Fernbahn.

Bahn-Sprecher kontert Kritik

Das Nachrichtenmagazin kommt zu dem Schluss, dass die Verlegung mehr den Interessen der Bahn als denen der Fahrgäste nütze. Wie bei Stuttgart 21 „wurden wichtige Planungsunterlagen nicht veröffentlicht. Auch dort versäumte es die Bahn, den Nutzen für die Fahrgäste nachzuweisen. Auch dort wurden Einwände von Bürgern abgewiegelt“. Nachdem die Wirtschaftsbehörde auf „Spiegel online“ zunächst keine Stellungnahme abgegeben hatte, wurde Behördensprecherin Susanne Meinecke auf NDR.de wie folgt zitiert: „Das Umfeld des neuen Fernbahnhofs wird mit der Ansiedlung eines ICE-Haltepunkts deutlich an Zentralität gewinnen." Durch die veränderte Lage werde der Fernbahnhof „auch für maßgebliche Teile des Kerngebiets von Eimsbüttel eine neue und attraktive Alternative zum Dammtor-Bahnhof sowie zum Hauptbahnhof darstellen“. Der NDR zitiert zudem Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis zum „Spiegel“-Vorwurf, dass die Bahn ihre Kalkulationen nicht offen gelegt habe: Man habe die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren offengelegt. Im Übrigen verlege man den Bahnhof Altona auch nicht unter die Erde wie in Stuttgart.
Die Bürgerinitiative „Prellbock Altona“ sieht sich durch den Bericht des „Spiegels“ in ihrer Kritik bestätigt (das Elbe Wochenblatt berichtete). Derzeit werden auf change.org Unterschriften für die Online-Petition „Kein Stuttgart21 in Hamburg-Altona“ an die Deutsche Bahn und die Hamburger Bürgerschaft gesammelt.
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