Viele Leserbriefe in Sachen "Pinguinbrunnen". Bezirksamt verzichtet auf Geldbuße

Der Pinguinbrunnen im Schulgarten vor seiner Restaurierung durch Andreas G. (Foto: pr)
 
... und danach.
Mit vielen Mails und Leserbriefen haben die Wochenblatt-Leser auf die letzte Titelgeschichte "Pinguinbrunnen" reagiert. Und alle Briefschreiber sind einer Meinung: Was Andreas G. getan hat - nämlich auf eigene Faust einen verwahrlosten öffentlichen Brunnen zu reparieren - ist richtig toll. Und dass ihm dafür eine Geldbuße droht, sei komplett überzogen.
Keine Sorge: Inzwischen hat sich auch das Bezirksamt zu Wort gemeldet. Die Öffentlichkeitsbeauftragte hat versprochen: Andreas G. bekommt keine Geldbuße für sein eigenmächtiges Verschönerungsprogramm aufgebrummt.

Das Wochenblatt veröffentlicht das Statement aus dem Bezirksamt und die Leserbriefe:

Kein Bußgeld für Andreas G.
„Wir schätzen Initiativen und Engagement der Bürger im öffentlichen Raum, bitten jedoch darum, Ideen und Unterstützungsangebote im Vorwege mit uns abzustimmen.
Beim Verfolgen von Ordnungswidrigkeitenverfahren handelt es sich immer um Einzelfallentscheidungen. Im Fall des Pinguinbrunnens gehen wir davon aus, dass der gute Wille des Malers im Vordergrund stand und sehen deswegen keine Veranlassung, das Verfahren weiter zu verfolgen.“
Kerstin Godenschwege
Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Altona
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Briefe, Mails und Meinungen zum Thema "Pinguinbrunnen"

Zählt nicht die Wirksamkeit der Aktion? Der Brunnen wurde schön saniert, und die Stadt hat 40.000!! Euro gespart. Es wäre töricht bei diesem schönen Ergebnis 40.000 Euro zum Fenster rauszuschmeißen. So eine Guerilla-aktion kann man auch als positives Beispiel öffentlich bekannt machen, wie es auch das Elbe Wochenblatt tut. Danke dafür!!
Lena Wilde, per Mail

Nicht jeder sollte Hand anlegen. Aber als Anwohner kann ich behaupten, dass die Optik gelungen ist. Die Stadt steckt leider viel zu viel Geld in die Hafencity und andere Baustellen an der Elbe. Dafür werden die emotional wertvollen Denkmäler häufig vergessen.
Benjamin Maaß, per Mail

Andreas G. hat das toll gemacht. Ich glaube nicht, dass der Brunnen im Herbst saniert werden sollte. Das wird jetzt wohl nur behauptet um Bußgeld zu kassieren. Irgendwie müssen die Kassen ja gefüllt werden. Das ist Behördenblödsinn ! Nicht alle Gesetze sind sinnvoll !
Angela Struck, per Mail

Unsere Meinung zu dem Vorgang um den Brunnen: Behörden hatten längst reagieren und renovieren können. Eigeninitiative darf NICHT bestraft werden. Anerkennung für den Bürger mit Einsatz.
Heidi und Karl-Heinz Hofmann, Ottensen

Eine Superaktion von Andreas G.! Super Courage, Hamburg verschönernd, aufmerksam,cool. Er mag seine Stadt und seinen Stadtteil. Andreas hat Zeit und Geld genommen, um einen Missstand zu ändern, Respekt für ihn, sehr gute Guerillakämpferaktion!
Michael Keller, per Mail

würden Sie bitte Herrn Andreas G. meinen Dank und den meiner „Mitläuferinnen“ (Nordic Walking jeden Dienstagmorgen) ausrichten. Wir haben schon oft gesagt, dass der Brunnen einen traurigen Anblick bietet und dass doch endlich mal was gemacht werden müsste. Nun war endlich etwas gemacht, und die Verwaltung meckert rum, anstatt sich zu freuen. Hinterher sagen: „Es sollte sowieso bald gemacht werden“ kann jeder. Herr G. hat Mut bewiesen und müsste gelobt und nicht bestraft werden!!!
Gisela Baasch, Bahrenfeld

Was zigtausende Schulgartenbesucher insgeheim schon lange dachten, hat Herr A. G. mit viel Herzblut vollbracht und endlich die verwaisten Pinguine plus Sockel zum Leben erweckt. BRAVO !!!! Respekt für seine Tat !
Jetzt ist die Behörde sicherlich wohlwollend mit den genehmigten 40.000 Euro an der Reihe und beendet nach circa 30 Jahren„toter Brunne“ diese Misere. Und schon bald plätschert wieder der eimalig schöne Pinguinbrunnen.Danke an die Behörde!. Ich freue mich auf den nächsten Schulgartenbesuch
Chr. Brauer, per Mail

Schade, dass es in unserem Land so viel Bürokratie gibt. Der liebevolle Einsatz des Herrn Andreas G. darf nicht noch mit Bußgeld bestraft werden. Die angebliche Brunnensanierung steht schon seit 2008 auf dem Plan, und die Zeit nagt an der Substanz. Der nächste Winter kommt bestimmt, und das dachte sich der Herr G. auch. Mit dieser Aktion sind wieder einmal alle aufgeschreckt. Auf einmal kommt Schwung in die Sanierung. Warum nicht schon vor dem letzten Winter?
Familie Thierbach, per Mail

Manchmal gewinnt man als Bürger den Eindruck, man hat es in Politik und Wirtschaft nur noch mit Psychopathen und Schizophrenen zu tun, die keine menschlichen Gefühle mehr haben. Entschuldigung für die drastische Sprache, aber meiner Meinung nach war es eine durch und durch anständige und sensible Aktion, die eher belohnt und geschätzt gehört!
Vielleicht ist es ja möglich, den von Herrn G. restaurierten Teil zu erhalten und nur den unteren Teil ebenso sensibel zu restaurieren. Man braucht doch nicht für 40.000 Euro etwas Neues, in der Regel Pottenhässliches dafür hinzusetzen! Kommt die Stadt nicht zu Potte, muss sie sich über Eigeninitiative nicht wundern, im Gegenteil, sie sollte sich darüber freuen, denn die haben wir doch eher zu wenig.
Kirstin Hansch, per Mail

Mir ist zufällig die Person am Pinguinbrunnen begegnet, und ich bemerkte mit welcher Freude und Genauigkeit er den Brunnen rekonstruierte. Über zwei Stunden blieb ich und war angetan von seinen Erklärungen. Respekt und Hochachtung vor dieser Eigeninitiative!
Zwei Tage später traf ich ihn wieder am Brunnen als die Bemalung stattfand. Der leuchtende Gelbton erwies sich als absolut originlgetreu, wie auch alles andere an der Säule. Herzlichen Dank!
Heinz-Lothar Heimbach, Bahrenfeld

Zuallererst bitte ich Sie, Andreas G. einen ganz besonderen und herzlichen Dank für seine Tatkraft und seinen Einsatz zu übermiteln. Ohne ihn, denke ich, wäre der Brunnen wohl noch lange vor sich hingegammelt. So ist jedenfalls zu vermuten, wenn man liest, dass das Einwerben von 40.000 Euro allein über vier Jahre in Anspruch genommen hatund erst jetzt bekannt wird, dass eine Sanierung ansteht.
Den Mitarbeitern des Bezirksamts möchte ich raten, froh über einen solchen Mitbürger zu sein und sich eher zu bedanken. Wenn die Verwalter unserer (nur spärlich vorhandenen) Steuergelder etwas mehr Einfühlungsvermögen, Bürgersinn und -nähe zeigten, ließe sich ja vielleicht eine kompetente Kraft oder Sponsoren finden, die auch der desolaten Technik kostengünstig mit Eigeninitative wieder auf die Beine helfen.
Elfriede Prange, Altona-Altstadt

Als langjähriger Besucher des schönes Schulgartens im Volkspark war es ein Ärgernis zu sehen, dass der Pinguinbrunnen inzwischen so verkommen war. Es ist eine Wohltat, dass Andreas G. sich die Mühe und Arbeit gemacht hat, den Brunnen wieder „sehenswert“ zu machen.
Natürlich bin ich, wie viele andere, normalerweise nicht der Meinung, dass ein jeder Hand anlegen sollte an öffentliche Gegenständen oder Gebäuden.
Meine Nachbarn, Herbert B. und seine Frau Margret, haben mich gebeten, auch für sie deren Anerkennung an Andreas G. auszusprechen. Sollte er Bußgeld bezahlen müssen, bitte teilen Sie es uns, ihren Lesern, mit, damit wir uns mit einen Beitrag beteiligen können.
Professsor Susanne Gülzow, per Mail

Vielleicht hätte Herr G. sein Vorhaben im Bezirksamt vortragen sollen. Vielleicht fühlt man sich im Bezirksamt wegen seiner Initiative beschämt.
Egal, hier hat ein mutiger Bürger beherzt gehandelt. Dafür sollte man ihn nicht bestrafen, sondern ihm die Sachlage erklären und ihn an der echten Pinguin-Sanierung (hoffentlich bald) teilhaben lassen.
Agnes Werner, Altona-Nord

Eine gut gemeinte Tat kann noch mehr zerstören als retten. Anfang letzten Jahres wurde der untere Bereich der Okeanide vom Behn-Brunnen (Königstraße, Behnstraße) von einem Sprayer mit silberner Farbe besprüht. Manchmal spielte ich mit den Gedanken, die lästige Farbe entfernen zu wollen.
Nur gut, das ich mit Herr Vacano vom Altonaer Stadtarchiv darüber gesprochen habe. Er sagte zu mir, man könne nie wissen, wie nach dem Entfernen der Farbe das Metall auf chemische Lösungsmittel reagiert. So könnte eine gut gemeinte Tat noch mehr zerstören, als retten. Wie ich im Elbe Wochenblatt gelesen habe, was dem Andreas G. nun droht, nach dem er den Pinguinbrunnen im Volkspark in Eigenregie ausgebessert hatte, bin ich froh, dass meine Aktion die Behn-Brunnen Skulptur von der silbernen Farbe zu befreien, sich nur in meinen Gedanken abspielte.
Michael Borkowski, Altona-Altstadt

Die Vertreter der Behörden sollten dankbar sein, dass es Menschen gibt, die mit viel Liebe etwas zur Freude aller geschaffen haben!! Dass diese Behörden die hässlichen Betonklötze (Kunst-Denkmäler) in der ganzen Stadt genehmigen, ist doch sehr traurig, und das geht immer in die Tausende von sinnlos verschwendeten Steuergeldern. Respekt und alles Gute, Andreas!
Marianne Grünwaldt, Altona-Altstadt

Diese Selbsthilfe-Aktion war nicht nur billig, sondern absolut legitim. Wenn im öffentlichen Raum, sagen wir, länger als ein Jahr Untätigkeit herrscht, sollten die Bürger das Recht haben, ihre Umwelt selbst zu gestalten. Dadurch erhöht sich automatisch der Handlungsdruck auf die Schnarchnasen in den Behörden.
Das Bezirksamt sollte sich den Bußgeldbescheid selbst zustellen wegen chronischer Vernachlässigung einer anvertrauten Sache. An den Brunnen gehört die Plakette: „Von einem Mutbürger vor dem Verfall gerettet“.
Detlef Glade, Rothenburgsort

(Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen ebenso wie stilistische Anpassungen vor.)
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