"Viel hat sich nicht geändert"

Alte Schule, neue Bänke: die ehemalige 9b der Theodor-Haubach-Schule. (Foto: cvs)

Abgänger der Theodor-Haubach-Schule treffen sich nach einem halben Jahrhundert wieder.

Von Christopher von Savigny.
Beim Gang durch die Schulpforte steigen Erinnerungen hoch: „Es riecht noch genau wie früher“, sagt Waltraut Japp (66). „Nach altem Gemäuer oder so.“ Dann lacht sie. „Ich finde das einfach toll!“
Überhaupt scheint sich wenig geändert zu haben, seitdem die damalige 9b der Theodor-Haubach-Schule im Herbst 1961 ihren Volksschulabschluss gemacht hat: An Treppenhaus, Geländer und dem fliesenbelegten Boden ist die Zeit jedenfalls scheinbar spurlos vorübergegangen. Selbst die Wandfarbe – ein mattes Gelb – ist noch praktisch dieselbe. Nur fürs obligatorische Klassenfoto müssen sich die Senioren – für sie recht ungewohnt – auf winzigen Stühlen rund um eine Tischgruppe zusammendrängen. In Reih und Glied hintereinander sitzen, das gibt es heutzutage nicht mehr in der Theodor-Haubach-Schule, die seit vergangenem Jahr nur noch eine Grundschule ist.
50 Jahre nach ihrem letzten Schultag treffen sich die ehemaligen Pennäler wieder. Kennt man sich überhaupt noch? „Bei dem einen oder anderen musste ich schon zweimal hingucken“, gibt Rainer Drephal zu, der mittlerweile in Frankfurt lebt. Die meisten wohnen noch in Hamburg, zwei in Norddeutschland und eine im spanischen Marbella. Von ehemals 30 Schülern sind nur 13 übriggeblieben: Fünf leben nicht mehr, die restlichen zwölf sind unabkömmlich oder unauffindbar.
Aber wer heute da ist, hat sich viel zu erzählen: „Weißt du noch, wie wir dem Religionslehrer einen nassen Schwamm auf den Stuhl gelegt haben?“, fragt jemand. Gelächter am Tisch, Erinnerungen an den Mathelehrer mit seinem Rohrstock werden wach. „Damit bekam man manchmal eins auf den Hintern“, erzählt Waltraut Japp. Dem heutigen Schulleiter Björn Steffen hat die Gruppe eine riesige, bemalte Leinwandrolle als Geschenk mitgebracht. Ihr „Geschichts-Fries“, angefangen von Christi Geburt bis zum Start der ersten Weltraumrakete, haben die Schüler damals in 100 Stunden mühevoller Kleinarbeit angefertigt. „Wir werden es im Unterricht zeigen“, verspricht Steffen.
Ihr Wiedersehen feiern die Ex-Schüler anschließend im Restaurant. „Vor 15 Jahren haben wir uns zuletzt getroffen“, berichtet Rainer Drephal. Künftig wolle man dies etwas öfter tun. „Wenigstens alle paar Jahre.“
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