Verliert Altona seine alten Häuser?

Altbau weg, (gesichtsloser) Neubau hin. Wird Altona so das seine Geschichte beraubt? (Foto: rs)

Schon wieder historisch bedeutsames Gebäude abgerissen.

Von Reinhard Schwarz.
Keine Lobby für historische Bauten in Altona? Ende 2011 wurde in der Max-Brauer-Allee ein Haus abgerissen, dessen Ursprünge im 19. Jahrhundert liegen. Anwohner Johann Pühringer ist wütend: „Es stellt sich die Frage, ob nicht wenigstens die Fassade hätte erhalten werden können.“ Die Fassade galt laut Denkmalschutzamt als „neugotisches Dekor“, das Haus stamme „im Kern vermutlich noch aus dem dritten Viertel des 19. Jahrhunderts“. Warum wird offenbar nichts zur Rettung historischer Bausubstanz getan?
Die Politik reicht den Schwarzen Peter an den Denkmalschutz weiter. „Wenn das Denkmalschutzamt das Gebäude nicht unter Schutz stellt, können wir nichts machen“, erklärte CDU-Planungsexperte Uwe Szczesny. Ähnlich äußert sich Mark Classen, bei der SPD zuständig für Stadtplanung: „Privatrecht bricht Politik; wir können den Hausbesitzern nicht reinreden.“
Wirklich nicht? Wolfgang Vacano, langjähriger Leiter des Altonaer Stadtarchivs, sieht das anders: „In Lüneburg zum Beispiel läuft das anders: Da bekommen Bauherren Auflagen, etwa bei Neubauten den alten Stil nachzuempfinden, aber in Altona lässt man die Bauherren ungehindert gewähren.“ Den Abriss des kleinen Hauses an der Max-Brauer-Allee 92 bezeichnet er als „unwiederbringlichen Frevel“.
Aus Sicht Vacanos geschieht zu wenig, um alte Bausubstanz zu retten, zumal Alt-Altona im Krieg zu 80 Prozent zerstört wurde und nur noch wenige geschlossene Ensembles erhalten sind.
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1 Kommentar
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anna elbe aus Altona | 30.05.2012 | 20:27  
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