Vandalismus: Wut aufs Wetter?

Stadtführerin Liselotte Strehlow ist traurig: „Die Informationen im Schaukasten des Deutschen Wetterdienstes waren immer so interessant.“
Die Leute vom Deutschen Wetterdienst in der Bernhard-Nocht-Straße haben keine Lust mehr. Nach fünf Jahren Kampf gegen Grafitti-Schmierer haben sie aufgegeben. Gewonnen haben die Vandalen.
Worum gehts? An der Elbpromenade vor Haus Nr. 76, in dem der Deutsche Wetterdienst/Seewetteramt Hamburg untfrgebracht ist, steht seit knapp fünf Jahren ein blau eingefasster Schaukasten. Monat für Monat wird er von Mitarbeitern des Wetterdienstes liebevoll bestückt. Mit einer ausführlichen Wettervoraussage für Hamburg und Schleswig Holstein. Mit der Monatsinformation: Warum heißt der Monat so wie er heißt, welche Wetterlagen sind für ihn typisch? Dazu kommt regelmäßig ein Artikel über aktuelle Wetter- und andere Phänomene: Tsunamis, Vulkanausbrüche, Überflutungen.
Doch im Schaukasten hängen immer noch die Informationen vom Januar. Ein Zettel informiert: „Zurzeit keine Aktualisierung wegen Vandalismus“. „Wir haben aufgegeben“, sagt Wetterdiensttechniker Michael Hagen dem Wochenblatt. „Seit der Schaukasten da steht, wird er ständig mit Grafitti bekritzelt und verkratzt. Immer wieder haben wir ihn gereinigt und in Ordnung gebracht. Aber jetzt geht nichts mehr. Wir kriegen die Farbe gar nicht mehr ab, und das Glas ist so zerkratzt, dass man kaum mehr was lesen kann. Das hat alles keinen Sinn mehr.“
Wenn ein bisschen Geld über ist, will man den Schaukasten erneuern und hinter die Einfassungsmauer des Deutschhen Wetterdienstes setzen. Wann das sein wird, steht in den Sternen.
Der einzige Trost für die Wetterdienst-Mitarbeiter und alle Wetter-Interessierten: An der Nordseite des Hauses, an der Bernhard-Nocht-Straße, steht ein zweiter Schaukasten. Der wird weiter aktualisiert. „Denn da passiert komischerweise nicht so viel“, sagt Michael Hagen.
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