Tschüss! Wieder geht ein Stück altes Bahrenfeld

Gehören zu Bahrenfeld: Hans-Joachim und Magrit Schulz haben 38 Jahre den Kiosk am Norburger Stieg geführt. Jetzt freuen sie sich auf viele gesunde Jahre im Ruhestand. Traurig sind sie, dass ihr Laden keinen Nachfolger gefunden hat.

Norburger Stieg 1: Tante-Emma-Laden findet keinen Nachfolger

Ende einer Bahrenfelder Institution: Der Kiosk am Norburger Stieg 1 macht zu. Fast 40 Jahre lang haben Magrit und Hans-Joachim Schulz den kleinen Tante-Emma-Laden geführt. Generationen von Schulkindern aus der nahen Schule Regerstraße haben hier ihre Hefte und Stifte, aber auch Süßigkeiten und Spielzeug gekauft. Für die Erwachsenen gab es alles, was man für den Feierabend braucht - von Weinbrand bis Pralinen, vom Memory-Spiel bis zu Tabak und Blättchen zum Selberdrehen.
30 Jahre alt waren Magrit und Hans-Joachim Schulz, als sie den Laden von der Vorgängerin Frau Tiemann übernahmen. Da gab es den Kiosk schon an die 20 Jahre lang. Schon Tiemanns Vorgängerin, Martha Nahrendorf, die im vergangenen Jahr ihren 100. Geburtstag gefeiert hat, hatte das Geschäft rund zwölf Jahre lang geführt.
Durch ein Inserat in der Zeitung waren die Schulzens auf den kleinen Laden aufmerksam geworden. Beide hatten Lust auf Selbstverantwortung und Selbstständigkeit. Magrit war vorher im Büro:  „Das wollte ich nicht mehr, und wollte es hinterher auch nie wieder“. Hans-Joachim Schulz war Facharbeiter im Lagerwesen im Hafen. Ihre Entscheidung umzusatteln, haben sie nie bereut. 38 Jahre lang haben sie „von sechs bis sechs“ gearbeitet. Und liebten ihr Leben. Sie hatten im Laden alles und kannten jeden. Waren ein Teil Bahrenfelds. Wussten besser als manche Eltern, was die Kinder wollten: „Erst Monchichis, dann Caps und Slammers, heute Glubschis“, lacht Magrit Schulz.
Dass sie jetzt aufhören, macht sie nicht traurig. „Wir sind beide 68 Jahre alt. Dann langt das auch“, sagt Magrit. „Erholen, erholen, erholen“ sei jetzt angesagt. Und viel in Italien reisen. Trotz der vielen Arbeit hat Hans-Joachim Schulz es noch geschafft, abends Italienisch zu lernen, sodass das Paar sich im Land gut verständigen kann. Überhaupt haben beide eine anscheinend unerschöpfliche Energie. Sport ist ihre Leidenschaft und hat sie sichtlich jung gehalten. Der drahtige Hans-Joachim Schulz ist passionierter Marathonläufer.
So sehr sie sich auf die freie Zeit freuen, so schade finden sie es aber, dass sie keinen Nachfolger gefunden haben. „Wenn der Laden stirbt, stirbt ein Stück Bahrenfeld. “ Es seien zwar einige Interessenten vor Ort gewesen und die gewaltig erhöhte Miete sei wieder abgesenkt worden. Trotzdem: „Alle Interessenten sind nach und nach abgesprungen“.
Vom Verwalter und Vermieter, der GbR von Hamme, kommt nur eine dürre Auskunft: Man wisse noch nicht, wie es mit dem Laden weitergehe.
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