Trotz Schietwetter: 50.000 feierten wie die Weltmeister

Konfettiregen: Bei Spielende flogen glitzernde Metallschnipsel durch die Luft.

WM-Party bei Nieselregen auf dem Heiligengeistfeld.

Von Christopher von Savigny.
Was für ein Drama auf dem Heiligengeistfeld: 50.000 Fans zitterten und bangten um ihre Elf im WM-Finale - und durften am Ende jubeln! Als Mario Götze in der 113. Minute das 1:0 gegen Argentinien schoss, kannte die Begeisterung am Millerntorstadion keine Grenzen mehr: Menschen fielen einander in die Arme, manche weinten sogar - vor Glück. Alles schrie und jubelte durcheinander. Bengalos wurden angezündet, Raketen abgefeuert.
„So ein Tag, so wunderschön wie heute“, stimmte die Menge an – aber noch war nicht Schluss. Erst als wenige Minuten später Superstar Lionel Messi einen Freistoß in den Nachthimmel von Rio schickte und damit Argentiniens letzte Chance vergab, war klar: Aus, aus, das Spiel ist aus. Deutschland ist Welt-meister!
Trotz des nieseligen Wetters hatten es sich Zehntausende Hamburger Fußballfans nicht nehmen lassen, am Finalabend zum Heiligengeistfeld zu pilgern - viele von ihnen mit mehr oder weniger geschmackvollen Deutschland-Perücken, riesigen schwarz-rot-goldenen Fahnen, und sehr häufig mit Deutschland-Schminke im Gesicht. Auf ein 3:1 für ihre Mannschaft tippten Daniel, Gina, Katrin und André, die aus Neugraben und Wilhelmsburg angereist waren. Die meisten Tipps gingen in diese Richtung: 2:0 oder 2:1 sagten viele Besucher voraus. Die beste Prognose hatte jedoch Nisa (8) aus Osdorf parat: Auf die Frage, wie das Spiel wohl ausgehen würde, antwortete sie nur „Gut!“ Und sie sollte Recht behalten!
Nach Spielschluss wurde auf den Straßen der Hansestadt weitergefeiert, auf der Reeperbahn bis 4 Uhr morgens. Die Polizei sperrte St. Paulis Partymeile komplett ab. Gewalt und Randale gab es laut Polizei nicht – mit Ausnahmen. „In der Hein-Hoyer-Straße haben HSV-Fans einen St.-Pauli-Fanshop angegriffen“, berichtet Polizeisprecher Andreas Schöpflin. „Fensterscheiben und Inneneinrichtung wurden zerstört.“
Insgesamt 98 Hilfeleistungen, 29 Krankentransporte und neun Notarzteinsätze stehen bei den Einsatzkräften zu Protokoll. „Das sind normale Zahlen bei Veranstaltungen dieser Größe“, so Schöpflin.
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