Trickbetrüger ergaunert 880 Euro

Vorsicht an der Haustür: Niemals Fremde in die Wohnung lassen. Ein freundliches Auftreten kann täuschen. Foto: Polizei

Rentnerin (86) wurde erst betrogen, dann auch noch bestohlen

Der junge Mann machte einen netten, gepflegten Eindruck, schildert die 86-jährige Renterin Ingrid Bossen, wie es einem Trickbetrüger gelang, sie kürzlich um ihre komplette Monatsrente zu erleichtern.
Gegen Mittag klingelte er an ihrer Haustür an der Düppelstraße und stellte sich mit den Worten vor: „Liebe Frau Bossen ich wohne im Nebenhaus und brauche dringend 130 Euro, um für meinen epileptischen Kater Medikamente zu kaufen, sonst stirbt er“, appellierte er an ihr Mitgefühl. Eindringlich versprach er ihr, das „geliehene“ Geld selbstverständlich bis zum Abend zurückzubringen. Während er sich Stück für Stück immer weiter in ihre Wohnung drängte, plauderte er fröhlich weiter.
Er bot der alten Dame an, dass seine Frau, eine Friseurin, ihr gerne mal unter der Hand für 50 Euro die Haare schön machen könne und lobte ihren geschmackvollen Einrichtungsstil. In der Zwischenzeit waren die beiden in der Küche angekommen, wo der „nette Nachbar“ in einem Heft eine Quittung über die „geliehenen“ 130 Euro unterschrieb. Mit einem Blick auf das offene Fenster bot er der gehbehinderten Frau an, dieses für sie zu schließen. Erst später bemerkte sie, dass er ihr bei der Gelegenheit weitere 750 Euro geklaut hatte.
Als der freundliche Mann von nebenan nicht wie versprochen, um 20 Uhr das Geld zurückbrachte, begann Ingrid Bossen zu ahnen, dass hier etwas nicht stimmte. Gegen 22 Uhr rief sie die Polizei.
Die Beamten machten sich im Nebenhaus auf die Suche nach einem ca. 180 großen, dunkelblonden Mann im Alter von rund 33 Jahren mit zwei Ohringen. Vergeblich.
„Ich war wohl ganz schön blöd“, sagt Ingrid Bossen hinterher selbstkritisch. „Trick-betrüger sind rhetorisch geschickt, haben Charme und sehen nett aus, darum sind sie ja so erfolgreich“, weiß Kriminaloberkommissarin Martina Heidenreich, die den Fall bearbeitet aus Erfahrung.

Das rät die Polizei:
Niemals fremde Personen in die Wohnung oder ins Haus lassen, auch dann nicht, wenn diese Ihnen einen „amtlichen“ Ausweis vor den Türspion halten. Im Zweifel sofort die örtliche Polizeiwache oder die Notfallnummer Telefon 110 anrufen.
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