Touristen klauen Parkplätze in der Neustadt

Als Anwohner darf man parken - wenn die Plätze frei sein. Aber oft sind die Parkplätze widerrechtlich durch die Autos von Touristen verstellt, und es goibt nicht genug Personal, um Strafzettel zu verteilen. (Foto: cvs)
Von Christopher von Savigny
Parkplatzmangel in der Neustadt: Viele Autofahrer finden keinen Abstellplatz für ihren Wagen – obwohl sie als Anwohner einen Berechtigungs- schein haben. Die Schuld sehen sie im zunehmenden Touristenverkehr und bei den neuen Hotels, unter anderem das „Motel One“ und das Hotel Lindner, die ihren Gästen (zu) teure Tiefgaragenplätze anbieten.
Wie sehr das Problem unter den Nägeln brennt, wurde kürzlich bei einem Stadtteilgespräch der GAL deutlich: Mit rund 60 Zuhörern war der Raum im Gemeindehaus der Michaeliskirche gut gefüllt. „Ich zahle 55 Euro pro Jahr für meinen Anwohnerparkschein, aber er nützt mir nichts“, sagte Jürgen Hartwig. „Da muss sich dringend was ändern!“
Eine Möglichkeit, dem Problem zu Leibe zu rücken, wäre die intensive Parkraumbewirtschaftung: Mehr Parkuhren, mehr Kontrollen – und damit auch mehr Geld für den Bezirk durch Einnahmen aus Strafzetteln. Doch besonders dem Bezirklichen Ordnungsdienstes (BOD), der seit 2006 auch Knöllchen schreiben darf, fehlt es an Mitarbeitern, die diese Aufgabe übernehmen könnten. „Wir starten immer mal wieder gezielte Aktionen, um Falschparker abzuzetteln“, berichtet Lars Schmidt-von Koss, Sprecher des Bezirksamts Mitte. „Aber bei 24 BOD-Mitarbeitern für den gesamten Bezirk sind unsere Möglichkeiten nicht groß.“
Bei ganz dicken Verstößen sind dem BOD sowieso die Hände gebunden: Abschleppen lassen darf nur die Polizei – wenn sie mal da ist. „Wir
schicken in unregelmäßigen Abständen Streifenwagen vorbei, um zu kontrollieren“, sagt Polizeisprecherin Sandra Levgrün. Mit Statistiken zur Anzahl an Falschparkern in der Neustadt kann die Pressestelle nicht dienen.
24 Stunden parken kosten im „Motel One“ laut Website 15 Euro, im Hotel Lindner 20 Euro. Die GAL-Politikerin Jutta Kodrzynski empfiehlt stattdessen die Quartiersgarage am Michel (Schaarsteinweg, 297 Stellplätze). „Ich selbst zahle dort für einen Monat knapp 75 Euro.“ Das Parkhaus sei nie ausgebucht, so die GAL-Politikerin. Und abschließend: „Anwohnerparken ist eine gute Sache, aber ohne Kontrolle funktioniert es nicht.“
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