Total-Kahlschlag am Elbhang

Kahlrasierter Hang statt undurchdringliche Wildnis - ein trauriger Anblick, den unser Leser Heinz-Peter Henker fotografierte. (Foto: henker)

Schrecklicher Anblick an der Elbtreppe. Bezirksamts-Sprecher erläutert die Hintergründe.

Als Heinz-Peter Henker nach längerer Zeit wieder einmal an der Elbtreppe spazieren ging, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen: Am Hang unterhalb des Hauses Elbchaussee 97 waren alle Bäume und Büsche ratzekahl entfernt: Total-Kahlschlag, offensichtlich professionell - also vom Bezirksamt - durchgeführt.
Genau um diese Bäume hatte sich das Bezirksamt noch Anfang Oktober sehr besorgt gezeigt. Die Pressestelle hatte damals mitgeteilt, dass hier ein Baumfrevler versucht hatte, im Schutz der Dunkelheit Bäume abzusägen. Andere Bäume verurteilte er zum Sterben, indem er Metallbolzen tief in den Stamm jagte.
Ein oder mehrere Baumhasser treiben an dieser Stelle seit zehn Jahren immer wieder ihr Unwesen. Der böse Verdacht: Irgendein Bewohner im direkt oben am Hang liegenden Haus Elbchaussee 97 will sich mit allen Mitteln einen freien Elbblick verschaffen.
„Und jetzt“, beschwert sich Spaziergänger Henker, „erfüllt das Bezirksamt selbst anscheinend genau diesen Wunsch! Verschafft den Wohnungseigentümern einen tollen Elbblick, wie ihn sich kein Villenbesitzer an der Elbe besser wünschen kann! Alle Bäume sind weg! Wieso das?!“
Die Erklärung ist traurig. Nach dem letzten Baumfrevler-Vorfall entfernten Mitarbeiter der Grünabteilung im Bezirksamt das gesamte Brombeergestrüpp am Hang, um das Ausmaß des Schadens an den Bäumen genau untersuchen zu können. Bezirksamts-Sprecher Nils Fischer: „Die Polizei hat dann den Zustand der Bäume fotografiert und protokolliert.“ Es habe sich herausgestellt, dass nicht ein einziger Baum zu retten gewesen sei. „Also haben wir diese Schneise geschlagen und alles entnommen, was im Zeitraum der letzten zehn Jahre bewusst geschädigt worden war. Und dann haben wir aufgeforstet.“
Mehrere Bäumchen, noch an ihre Haltestöcke gebunden, weisen in die Zukunft. Fischer: „Wir haben acht Buchen und um jede Buche einen Ring aus Weißdorn gepflanzt. Der wird später so stachelig, dass hoffentlich keiner mehr zu den Bäumen durchdringen kann.“ Bis die Buchen erfolgreich angewachsen sind, werden drei Jahre vergehen.

Das Bezirksamt bittet: Wer beobachtet, dass sich jemand am Hang neben dem Spazierweg „Elbtreppe“ an den neu gepflanzten Buchen zu schaffen macht, sollte unverzüglich bei der Polizei oder im Bezirksamt, Tel 428 11 15 12, anrufen.
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