Todespilot zu neun Monaten mit Bewährung verurteilt

Der Flug über Hamburg mit einem Amphibienflugzeug wie diesem wurden einem Ehepaar aus Ganderkesee im August 2009 zum Verhängnis. (Foto: pr)
Der Pilot des Wasserflugzeuges, dessen Crash-Landung im August 2009 zwei Passagiere das Leben kostete, ist am Montag wegen zweifacher fahrlässiger Tötung zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Die Strafe ist zur Bewährung ausgesetzt worden.
Nikolaj Graf W. (44) war mittags am 22. August 2009 mit dem Ehepaar M. aus Ganderkesee bei Bremen auf der Elbe gestartet und dann über Alster und Innenstadt nach Fuhlsbüttel geflogen. Dort landete er, um die Cessna aufzutanken. Auf dem Rückflug vergaß er, das Fahrwerk des Amphibienflugzeugs für die Wasserlandung einzuziehen. Als er im Baakenhafen auf der Elbe landete, wirkte das Fahrwerk wie ein gewaltiger Bremsklotz; die Cessna überschlug sich und blieb kopfüber im Wasser hängen. Die Kabine lief in Sekunden voll Wasser.
Der Pilot konnte sich retten, versuchte danach, das Ehepaar M. aus der Maschine zu holen. Doch weder ihm noch den schnell eingetroffenen Hilfsmannschaften gelang es, das Paar rechtzeitig aus der gekenterten Cessna zu bergen. Sie starben. Der Mann wurde 57, seine Frau 54 Jahre alt.
Die Verteidigung hatte damit argumentiert, dass die Warnsys-teme nicht reagiert hätten. Ein Gutachter meinte am Montag, ob die Warnlampen geleuchtet hätten oder nicht, habe man nicht nachweisen können. Möglich sei es, dass auch andere Warnlichter und -töne versagt hätten. Zudem sei die Checklis-te, die man dem Piloten gegeben habe, mangelhaft gewesen. Trotzdem: Ein Blick durchs Fenster hätte genügt, um die Position des Fahrwerks zu erkennen.
Für den Angeklagten sprach, dass er versucht hatte, seine beiden Passagiere unter Einsatz seines Lebens zu retten.
Drei Jahre zuvor hatte es schon einmal ein tödliches Unglück mit einem Wasserflugzeug in Hamburg gegeben. 2006 stürzte eine 44 Jahre alte Beaver DHC-2 kurz nach dem Start mit brennendem Motor ab. Der Pilot und seine vier Passagiere starben.
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