Tierschutz in der Schule lernen

Wie heißt der Schwanz des Hundes? Rute! Tierschutzlehrerin Tina Gebingzu Gast in der Grundschule Luruper Hauptstraße.
 
Ziel des Tierschutzunterrichts an Schulen: Kinder sollen Tiere schätzen und respektieren und mit ihren Haustieren auskennen und verantwortlich umgehen. (Foto: pr)

Viertklässler der Stadtteilschule Lurup hatten Besuch:
Eine Lehrerin für Tierschutz war vor Ort.

„Wir essen Tiere. Deswegen müssen wir sie vorher gut behandeln", meldet sich ein Mädchen aus der Klasse 4b der Stadtteilschule Lurup zu Wort, als gefragt wird, warum es Tierschutz gibt.
Tierschutzlehrerin Tina Gebing scheint für einen Moment aus dem Konzept gebracht. Nickt aber dann. Nickt heftiger, als ein anderes Kind sagt: „Ich bin Vegetariererin“. Tiere nicht zu essen ist natürlich ganz besonderer Tierschutz.
Doch im Tierschutzunterricht geht es eigentlich um etwas anderes: Tiere und ihre Reaktionen verstehen lernen, richtig auf ihre Signale zu reagieren und zu begreifen, dass sie in vielem dem Menschen ganz schön ähnlich sind. Gebing: „Tiere fühlen genauso Schmerz wie wir“. Schülerin Jessica führt das noch weiter aus: „Die sind fast so wie Menschen, nur in anderer Gestalt.“
Die Kinder arbeiten ein Beispiel heraus: Einem Hund im Spiel ein Handtuch über den Kopf zu werfen, das kann für Hund und Kind ein lustiges Tobespiel sein. Einen Hund, der dieses Spiel nicht kennt, wird es total verängstigen.
Und es geht auch darum, die Unterschiede zwischen Mensch und Tier zu kennen - zum Beispiel zu wissen, dass die Nase eines Hundes viel empfindlicher ist als die eines Menschen.
Tina Gebing tourt als hauptberufliche Tierschutzlehrerein durch Deutschlands Grundschulen. Ziel des Unterrichts ist es, die Kinder für die Bedürfnisse von Tieren empfindsam zu machen und über artgerechte Tierhaltung aufzuklären. Mit im Koffer hat die Tierschutzlehrerin dafür Plüschhelfer, einen Hund und eine Katze, und jede Menge Arbeitsblätter für die Kinder.
Zwei Schulstunden umfasst das Paket, das Grundschulen kostenlos angeboten wird. In der ersten geht es um Haus- in der zweiten um Nutztiere. Angeboten wird das Paket vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. und dem Tiernahrungs-Unternehmen Purina. Die möchten damit erreichen, dass Kinder Tiere schätzen und respektieren, sich mit den wichtigsten Haustierarten, ihren Unterschieden und Besonderheiten auskennen und sich der Verantwortung bewusst sind, die es bedeutet, ein Tier zu haben.
❱❱ www.liebefuersleben.net

Interview mit Tierschutzlehrerin Tina Gebing

Wie empfanden Sie die Klasse?
Die Klasse war quirlig und aufgeweckt, die Kinder waren sehr neugierig und wissbegierig.

Was müssen Sie für diesen Job als Qualifikation mitbringen?
Vor allem das fachliche Wissen als Biologin und Tierfreundin: Ich kenne die Bedürfnisse von Tieren und kann dieses Wissen kindgerecht vermitteln.
Ist das ehren-, neben- oder hauptamtliche Arbeit? Ich bin als Tierschutzlehrerin für das Projekt „Liebe fürs Leben“ hauptberuflich tätig.

Was hoffen Sie bei den Kindern zu erreichen?
Im Mittelpunkt des Projektes „Liebe fürs Leben“ steht die Erziehung von Kindern zu einem liebevollen und artgerechten Umgang mit Tieren.

Welche Tatsachen sind ihrer Erfahrung nach für die meisten Kinder völlig neu?
Die richtige Ernährung für Tiere, zum Beispiel ist nicht jedes Obst gesund oder gepökeltes Fleisch, Hühnerknochen, Schokolade. Das richtige Hochheben der Katze machen viele Kinder, aber auch Erwachsene, falsch. Auch was die unterschiedlichen Körpersprachen von Hund und Katze bedeuten, ist vielen Kindern nicht bewusst und sie interpretieren diese oft falsch.
Brauchen Kinder Tierschutzunterricht über den normalen Unterricht hinaus - und warum? Viele Grundschullehrer melden sich bei uns, weil ihnen zu dem im Lehrplan stehendem Thema Haustiere der Tierschutzaspekt und die Aufklärung über eine artgerechte Tierhaltung fehlt. Diesen Aspekt decken wir ab. Außerdem berichten Lehrer oft, dass viele Kinder sich Haustiere anschaffen, ihnen aber das Wissen fehlt, welche Anforderungen und Bedürfnisse diese Tiere haben und welche Verantwortung die Schüler übernehmen.
Dazu kommt: Als promovierte Biologin kann ich im Gegensatz zu den Grundschullehrern besser fachliche Fragen beantworten und stehe als Expertin den Schülern zur Verfügung.
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1 Kommentar
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Antonietta Tumminello aus Altona | 22.10.2014 | 12:35  
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