Thierno hat eine Chance verdient

Thierno steht nicht gern im Mittelpunkt. Erst auf Drängen seiner Betreuer hat er das Wochenblatt um Hilfe bei der Wohnungssuche gebeten.

Er kam als unbegleiteter Flüchtling und hat alle
Schwierigkeiten bewältigt - nun sucht er eine Wohnung.

"Ich habe Hochachtung vor ihm und vor dem, was er geschafft hat. Es wäre schrecklich, wenn das alles zunichte gemacht würde, weil er keine Wohnung in Hamburg findet.“ Das sagt die Leiterin einer Wohngruppe für Jungen zwischen 16 und 21 Jahren. Wenn jemand Thierno B. gut kennt, dann sie. Seit dreieinhalb Jahren ist er in Deutschland . Mit 16 musste er aus politischen Gründen aus seiner Heimat Guinea fliehen, kam als unbegleiteter Jugendlicher in Hamburg an, wohnt seitdem in der von ihr betreuten Gruppe.
Thierno hat die traumatischen Erfahrungen von Flucht und Trennung gut weggesteckt, Deutsch gelernt, sich mit jede Menge Behördenkram herumschlagen müssen, einen Schulabschluss gemacht und eine Lehrstelle in einem renommierten Hamburger Unternehmen bekommen. Anlagenmechaniker will er werden. Als Fachmann für Gas, Wasser, Sanitär und Heizung werden seine Kenntnisse später heiß begehrt sein. In diesem Mangelberuf werden Fachkräfte dringend gebraucht und gesucht. Thiernos Chef Torsten Stahmer sagt: „Wir freuen uns über Auszubildende wie Thierno, er ist bei uns herzlich willkommen. Und er macht seine Sache gut.“ Seit Ende Januar ist Thierno in der Ausbildung bei der Adolf Stahmer GmbH & Co. KG Sanitärtechnik. „Noch in der Probezeit“, wiegelt er ab. Man erkennt: Das ist einer, der lieber abwartet, bevor er jubelt, einer, der sich nicht zu früh freuen will, der auf dem Teppich bleibt.
Alles gut, also? Nein. Denn sobald er 21 Jahre alt geworden ist - am 1. September - muss er aus der Jugendwohnung ausziehen. Das sind die Regeln. Es gibt Jüngere, die die geschützte Umgebung dringender brauchen als der gut integrierte Thierno. Und er freut sich ja auch darauf, endlich selbstständig zu sein, auf eigenen Beinen zu stehen. Aber: Er findet keine Wohnung. Klar würde er am liebsten in Altona bleiben, und er hätte natürlich nichts dagegen in Winterhude zu wohnen, wo seine Ausbildungsfirma zu Hause ist. Aber er lacht, als er das sagt - er kennt die Verhältnisse auf dem Hamburger Wohnungsmarkt.
Nein, Thierno will nur ein bezahlbares Dach über dem Kopf – irgendwo in Hamburg. Einen Ort, wo er in Ruhe leben und lernen kann, möglichst mit gutem Anschluss an Bus oder Bahn.

Eine Wohnung für Thierno
Wer mehr Informationen braucht, eine Idee oder – noch besser: eine Wohnung für Thierno hat, melde sich bitte unter Tel 39 16 92 oder beim Wochenblatt:
post@wochenblatt-redaktion.de, Betreff: Thierno
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