Theater in der Basilika: Letzter Vorhang

Zieht von Hamburg nach Berlin um: Theaterleiter Gunnar Dreßler. (Foto: pr)

Leiter Gunnar Dreßler geht nach Berlin – letzte Vorstellung am 25. Februar.

Von Christopher von Savigny.
Der letzte Vorhang fällt am Sonnabend, 25. Februar, mit dem Stück „Suche impotenten Mann fürs Leben“: Nach 22 Jahren schließt Gunnar Dreßler sein „Theater in der Basilika“. Es sei an der Zeit, etwas Neues zu machen, sagt der der Leiter der Privatbühne in der Borselstraße. Ganz plötzlich kommt diese Entscheidung nicht: Schon seit zwölf Jahren lebt der Theatermacher in Berlin, die Stadt, in die er ursprünglich aus privaten Gründen gezogen ist. Inzwischen sieht er auch seine berufliche Zukunft an der Spree.
„Berlin ist eine junge Stadt, die nach Aufbruch riecht“, findet Gunnar Dreßler. In der Hauptstadt hat er seinen eigenen Verlag, die Dreamland Media GmbH, über die er selbst verfasste Theaterstücke und Drehbücher vertreibt. Weitere Bühnenengagements sind nicht ausgeschlossen. „Als Theatermacher muss man kein eigenes Haus haben“, so Dreßler.
Im Oktober 1989 hatte das Theater in der Basilika, das sich auf dem Gelände einer denkmalgeschützten ehemaligen Maschinenfabrik befindet, seinen Spielbetrieb mit Christopher Durangs Stück „Trotz aller Therapie“ aufgenommen. Im Laufe ihrer Geschichte inszenierte die Basilika weit über 100 Stücke, erläutert der Theatermacher. Zu den größten Erfolgen zählten Beziehungskomödien wie „Mondscheintarif“ und „Offene Zweierbeziehung“, mindestens ebenso bekannt waren die Dauerbrenner „Best of Loriot“ und „Ladies Night“.
Zuletzt verlegte sich Gunnar Dreßler mehr und mehr auf Filmadaptionen wie „Keinohrhasen“ oder „Die fetten Jahre sind vorbei“. Dies brachte ihm auch die Kritik ein, wenig experimentierfreudig zu sein. „Was wollen Sie? Andere Theater tun das doch genauso“, wehrt Dreßler ab und verweist auf den Erfolg beim Publikum. Obwohl: „Wir haben gute wie auch schlechte Zeiten erlebt.“ 2004 etwa eröffnete Dreßler im gleichen Haus eine Jugendbühne. Diese rentierte sich auf Dauer nicht – wenige Jahre später musste sie schließen.
Wie es weitergeht mit der Bühne in der Borselstraße ist derzeit unklar. Angeblich haben bereits Interessenten wegen einer kulturellen Nutzung angefragt. „Wenn jemand weitermachen möchte, kann er sofort übernehmen“, sagt Dreßler.
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