Theater für junge Leute

Theaterleiter Klaus Schumacher ist von der Wirkung des Theaters auf Kinder und Jugendliche voll und ganz überzeugt: „Junge Leute können sich hervorragend in Geschichten reindenken“, sagt er.

Seit gut einem Jahr ist das Junge Schauspielhaus in der Gaußstraße zu Hause.

Von Christopher von Savigny.
Eine kleine, graue, stufige Bühne – und direkt davor die Sitzreihen, in denen gerade mal 120 Zuschauer Platz haben: Sehr geräumig ist der Spielort nicht, an dem das Junge Schauspielhaus Hamburg sein vorläufiges Zuhause gefunden hat. Dazu die niedrige Decke und die vielen Säulen, die den Blick auf die Bühne erschweren. Ja, die Säulen seien schon „ein bisschen doof“, räumt Theaterleiter Klaus Schumacher ein. Auf der anderen Seite müsse sich jedes Theater Gedanken darum machen, wie es mit den örtlichen Gegebenheiten zurechtkäme. Insofern kann Schumacher seiner Interimsbühne auch viel Positives abgewinnen. „Die jungen Leute sitzen gerne nah am Geschehen dran, weil sie dann viel direkter reagieren können“, sagt er.
Mit Beginn der Spielzeit 2013/2014 ist das Junge Schauspielhaus vom Malersaal am Hauptbahnhof nach Bahrenfeld in die Gaußstraße umgezogen – gleich neben das Thalia-Theater und die Theaterakademie (siehe Infokasten). Es wird ein Umzug auf Dauer sein, denn die Spielstätte in der Innenstadt wird vom Schauspielhaus für andere Zwecke benötigt. Bislang ist es für die junge Bühne überaus erfolgreich gelaufen: Durchschnittlich 90 Prozent der Sitzplätze werden pro Vorstellung verkauft – in etwa so viel wie vor dem Ortswechsel. Lediglich das Publikum habe sich geändert: „Es sind jetzt die Altonaer, die zu uns kommen“, hat Schumacher festgestellt.

Theaterquartier
Mit dem Umzug des Jungen Schauspielhauses und der Theaterakademie in die Gaußstraße hat sich das Gelände rund um das „Thalia in der Gaußstraße“ zum neuen Theaterquartier entwickelt. Jüngster Anwohner ist seit September 2013 das Schauspielhaus, ein Jahr zuvor war die Theaterakademie aus den Zeisehallen hierher gezogen. Die Akademie gehört zur Hochschule für Musik und Theater (HfMT) und bietet die Studienfächer Regie und Dramaturgie an.
Das Thalia in der Gaußstraße steht seit dem Jahr 2000 für zeitgenössisches Theater. CVS
Seit seiner Gründung im Jahr 2005 konnte das Junge Schauspielhaus zahlreiche Preise für sein Programm einheimsen. Regelmäßig wird das Ensemble zu Gastspielen und Festivals eingeladen. Auch das aktuelle Stück „Malala – Mädchen mit Buch“ über das 15-jährige pakistanische Mädchen, das kürzlich den Friedensnobelpreis erhalten hat, ist äußerst preisverdächtig – und schon jetzt bis Ende Februar ausverkauft.
Sobald wie möglich sollen sowohl das Junge Schauspielhaus als auch die Theaterakademie „richtige“ Räume an der Gaußstraße bekommen. Dafür muss aber noch umgebaut werden. Über die Investitionskosten und die künftige Miethöhe verhandelt derzeit die Kulturbehörde mit der Sprinkenhof AG und einem Investor. „Die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen,“ sagt Enno Isermann, Sprecher der Kulturbehörde.
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