Theater an der frischen Luft

Seit Februar proben Laien und Profis der GWA-Theatergruppe: Ronja und Julian erleben ein Abenteuer im „Totenkopfdorf“. (Foto: Jann Wilken)

Mit „Ronja und Julian“ von der Gemeinwesenarbeit St. Pauli
lernt man den Stadtteil kennen

Von Gaby Pöpleu

Was hat die Räubertochter Ronja, Heldin eines Astrid Lindgren-Buches, mit Shakespeares Verliebten Romeo und Julia zu tun? Nichts – könnte man meinen. Doch im neuen Theaterstück der Gemeinwesenarbeit (GWA) St. Pauli „Ronja und Julian - die Reise ins Übermorgenland“ sind Berührungspunkte zwischen ungleichen Helden möglich: Da trifft wild auf verliebt, Messi-Schnecke auf
„Arschmännchen für Deutschland“.
Nichts weniger als einen thematischen Rundumschlag von Liebe bis Flucht haben sich die GWA-Theaterleute vorgenommen: Und so ist man sich auch nicht recht sicher, ob es sich hier um eine Romanze, eine Lokalkomödie oder um ein gesellschaftspolitisches Lehrstück handelt, eine fröhliche Mischung aus Trash, Poesie und Doku eben.
Jedenfalls empflieht Carola Plata von der GWA das Stück gern für den Fall, dass St.-Paulianer mal Besuch von weiter weg haben. „So kann man den Stadtteil gut kennenlernen.“ Denn „Ronja und Julian“ begeben sich auf der Suche nach „einer neuen Heimat, dem Übermorgenland“ auf einen etwa zweistündigen Rundgang durch „Alt Ona“ an die frische Luft.
Besonders ist das Stück aber nicht nur, weil es nach draußen geht. Denn die Produktion ist eine Mischung aus Amateur- und Profi-Theater: Die Schauspieler kommen aus St. Pauli, sind zwischen elf und 74 Jahre alt, stammen aus verschiedenen Ländern und aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. Sie eint die Leidenschaft fürs Theater. Für Regie, Dramaturgie, Requisite, Kostüme und musikalische Begleitung hat die GWA-Theatergruppe dagegen auf Profis zurückgegeriffen, „damit am Ende ein hochwertiges Theatererlebnis entsteht“, sagt Carola Plata.
Seit 15 Jahren wird in der GWA St. Pauli Theater nach diesem Muster Amateurtheater unter professioneller Anleitunggemacht. „Dadurch entstehen immer wieder aktuelle gesellschaftpolitische Theaterstücke“, sagt Plata, meist handeln sie „von der Liebe in und zum Stadtteil.“

Die Vorstellungen
Premiere von „Ronja und Julian“ ist am Freitag, 1. Juli, um 19 Uhr. Weitere Vorstellungen: am 3., 8., 9., 15. und 17. Juli. Treffpunkt ist beim Bauspielplatz Hexenberg, Königstraße 11b. Karten gibt es für zwölf, ermäßigt sechs Euro dienstags, 14 bis 18 Uhr, im Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 12, unter Telefon 410 98 87 37, per E-Mail an info@gwa-st.pauli.de oder unter
www.gwa-stpauli.de/theater
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