Teuer wohnen

Orange bis rot heißt: Hier werden relativ hohe Mieten verlangt. Ottensen ist ein roter Fleck. Foto: Ohmoor WK Geographie

Studie des Gymnasiums Ohmoor zeigt: Im Hamburger Süden sind
die Mieten niedriger als im Hamburger Durchschnitt

Volker Stahl, Hamburg

Die Neuvertragsmieten in Hamburg steigen weiter: Wer heute auf dem freien Markt eine Wohnung anmietet, muss bei durchschnittlich 12,68 Euro pro Quadratmeter tief in die Tasche greifen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von Oberstufenschülern des Gymnasiums Ohmoor erstellt wurde.
Der Anstieg liegt mit 1,83 Prozent zwar nur knapp über der allgemeinen Preissteigerungsrate (1,6 Prozent). Aber das dürfte Mieter kaum beruhigen. Seit 2006 hat sich Netto-Kaltmiete um rund 50 Prozent erhöht – von 8,61 auf fast 13 Euro. „Die Mieten sind in diesem Zeitraum drei Mal so schnell gestiegen wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten“, rechnete Mietervereins-Vorsitzender Siegmund Chychla vor.
Die Schüler haben ermittelt, dass die durchschnittliche Hamburger Wohnung 1.062 Euro netto kalt kostet. In Ottensen werden 16,52 Euro aufgerufen, in Blankenese 15,94 Euro und in Eimsbüttel 13,88 Euro.

Auffallend ist, dass große Wohnungen ab vier Zimmern rar sind und vor allem in ohnehin schon teuren Stadtteilen wie Blankenese oder Harvestehude angeboten werden. Das heißt im Umkehrschluss: Geringverdiener mit Kindern werden an den Stadtrand verdrängt. Oder wie es ein Schüler bei der Präsentation ausdrückte: „Die Segregation verstärkt sich. Die Vielfalt in angesagten Stadtteilen schwindet.“
Während der Mieterverein von einem „alarmierenden Preisanstieg“ sprach und Nachbesserungen bei der Mietpreisbremse verlangte, die von den Vermietern nicht erst genommen werde, versuchte die Wohnungswirtschaft zu beschwichtigen. „Es gibt keinen Grund zur Panik, die Steigerung ist moderat“, sagte Ulf Schelenz vom Grundeigentümerverband.

Die Ohmoor-Studie

Die Schüler des Wahlkurses Geografie haben von Ende Januar bis Anfang April mehr als 6.000 Inserate mit freien Wohnungen in öffentlichen Wohnungsbörsen auf der Basis wissenschaftlicher Methoden ausgewertet. Die meisten Angebote fanden sie auf dem Internetportal Immonet. Herangezogen wurden auch ImmoScout24 oder wohnungsboerse.net. „Dort haben wir eine genügende Datengrundlage für die Erstellung unserer Untersuchung gefunden“, sagte der Geografielehrer Carl-Jürgen Bautsch, der sich mit seinen Schülern seit drei Jahrzehnten mit „städtischen Strukturen“ beschäftigt und die Studie 1986 erstmals erstellen ließ.

Angebotsmieten
So haben sich die Angebotsmieten nach der Mietenstudie 2017 des Gymnasiums Ohmoor entwickelt:

Eimsbüttel: – 2,9%
13,88 Euro/Quadratmeter

Stellingen: – 0,9%
12,61 Euro/Quadratmeter

Lokstedt: + 0,8%
12,31 Euro/Quadratmeter

Eidelstedt: + 3,1%
11,01 Euro/Quadratmeter

Lurup: + 3,1%
10,61 Euro/Quadratmeter

Altona: + 1,0%
13,78 Euro/Quadratmeter

Ottensen: + 7,9%
16,52 Euro/Quadratmeter

Bahrenfeld: – 3,4%
13,39 Euro/Quadratmeter

Othmarschen: + 8,4%
15,58 Euro/Quadratmeter

Osdorf: + 2,1%
13,21 Euro/Quadratmeter

Blankenese: + 9,9%
15,94 Euro/Quadratmeter

Nienstedten: + 6,5%
15,61 Euro/Quadratmeter
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