Taxilesungen für den Stromwechsel

  Die Altonaer Initiative "Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen" ist nun auch im Taxi unterwegs. Für den Stromwechsel liest heute Andreas Greve aus seinem Buch "der kleine Balthasar" (auch auf koreanisch erhältlich) oder für die längere Reise "In achtzig Tagen rund um Deutschland". So lange wird die Fahrt wohl nicht dauern und der Stromwechsel ist ja in 5 Minuten vollzogen. Astrid Matthiae präsentiert die Programme der Initiative und klärt darüber auf, dass der Konzern, dessen Name nach Wasserfall klingt, seinen Strom zu rund 90 % aus Kohle erzeugt.
Das Bahrenfelder Unternehmen "Das Taxi" stellt für die Stromwechselaktion ein Großraumtaxi zur Verfügung und Christiane Nolte von "Das Taxi" bestückt es mit Wechselbroschüren von unabhängigen Ökostromanbietern, damit all jene, die bislang noch nicht gewechselt haben, jetzt auch zur Tat schreiten können. Astrid Matthiae dazu: "Das hat ja auch was Positives. Denn wer unsere ID-Nummer auf dem Wechselformular einträgt, verhilft unserm Vattenfall-kritischen Projekt zur Werbeprämie. Und die können wir gut gebrauchen. Denn den Greenwashing-Etat von Vattenfall haben wir ja nicht. Und die Prämie verfallen zu lassen, wär doch zu schade." Noch immer zögern viele Menschen zu einem Ökostromanbieter zu wechseln, weil sie schlecht informiert sind. Manche glauben auch, dass mit einem "Wechsel" zum Ökostromtarif des gleichen Anbieters dem Anliegen genüge getan ist. Wer das Stromseeprinzip einmal verstanden hat, erkennt schnell, dass auf diese Weise nur der Strom für die „ÖkostromkundInnen“ teurer wird. Für alle Standardkunden von Vattenfall wird der Strommix dann eben entsprechend schmutziger. Der Vattenfall-Strommix ändert sich nicht. Er wird nur anders auf die KundInnen verteilt. Nur durch einen Wechsel zu einem Unternehmen, das ausschließlich Ökostrom liefert ändert sich was.
Die Lesereihe "Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen" beginnt am 18. April und endet am 27. April, also exakt zeitgleich mit den Vattenfall-Lesetagen. Schließlich geht es auch darum, dem Kultursponsor Vattenfall Tschüss zu sagen. In Großbritannien hat der Protest gegen das Kultursponsoring fossiler Großkonzerne schon eine längere Tradition. Die Kampagne "Art Not Oil" kritisiert bereits seit 2004 das Kultursponsoring großer Ölfirmen. Insbesondere nach der Ölkatastrophe von "Deepwater Horizon" hat es eine Reihe von Aktionen gegeben. "Art Not Oil" ist Teil des internationalen Klimaschutznetzwerkes "Rising Tide". Auch "Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen" geht aus der Klimaschutzbewegung hervor, namentlich aus der Altonaer Initiative "Moorburgtrasse stoppen". Das Thema Klimaschutz hatte hierzulande mal Konjunktur. Das war als die schwarz-gelbe Regierung die Laufzeiten für die AKWs verlängern wollte. Damals schien das CO2 sehr bedrohlich. Inzwischen hat es einen weiteren Klimagipfel gegeben, es wird mehr CO2 ausgestoßen und die 2 Grad Grenze ist nur noch theoretisch einzuhalten. In dieser Situation werden die Stimmen der sogenannten „Klimaskeptiker“ wieder lauter. Mit den abgeschalteten AKWs haben Kohlekraftwerke für die Großkonzerne wieder an Bedeutung gewonnen.
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