Standvergabe nach Gutsherrenart?

Stefan Brütt und seine Partnerin Manuela Wulff bewerben sich seit fünf Jahren vergeblich um einen Stand auf dem Wochenmarkt am Spritzenplatz.

Spritzenplatz: Keine Chance für dritten Obst- und Gemüsehändler?
Marktbeschicker erhält seit 2008 Absagen

Reinhard Schwarz, ottensen
Stefan Brütt ist sauer: Seit 2008 bewirbt sich der Obst- und Gemüsehändler beim Bezirksamt Altona vergebens um einen Standplatz auf dem Spritzenplatz-Wochenmarkt.
Jeweils dienstags und freitags bieten Händler dort ihre Waren an, darunter zwei Obst- und Gemüsehändler. Brütt ist der Meinung, dass der Markt noch einen dritten Gemüsestand aufnehmen könnte. Doch das zuständige Ordnungsamt wimmele ihn von Jahr zu Jahr ab, empört sich der in Moorrege im Kreis Pinneberg ansässige Händler, der jeweils mittwochs und sonnabends auf dem Wochenmarkt Große Bergstraße seine Waren anbietet. Brütt: „Das Ordnungsamt sagt, man wolle auf dem Spritzenplatz keinen weiteren Obst- und Gemüsestand, weil der Markt in dieser Sparte gesättigt sei.“
Doch Brütt argumentiert, dass von den ursprünglich sechs Obst- und Gemüsehändlern auf dem Spritzenplatz aktuell nur noch zwei da sind, vor deren Ständen sich oft lange Käuferschlangen bilden. Was den Händler zusätzlich ärgert: In den ganzen fünf Jahren habe er keine schriftliche Mitteilung vom Ordnungsamt Altona bekommen. Nach mehrmaligem Nachfragen habe man ihm schließlich „was Schriftliches“ zugesichert. Doch bisher habe er nichts erhalten, so Brütt, der mittlerweile von „Willkür“ spricht.
Das Bezirksamt weist diesen Vorwurf zurück und beruft sich auf die Zulassungs- und Benutzungsordnung für Wochenmärkte, erklärte Sprecherin Kerstin Godenschwege: „Die Entscheidung wird in einem Gremium mit Abteilungsleitung, Abschnittsleitung, Innendienst und Marktmeister getroffen. Ein Rechtsanspruch auf Überlassung einer Fläche auf einem Wochenmarkt besteht nicht. Daher wird kein Bescheid erteilt. Rechtsmittel können nicht eingelegt werden.“ Das Begehren, einen Stand auf einem Wochenmarkt zu bekommen, sei vergleichbar „mit dem Wunsch zur Anmietung eines privaten Gewerberaums“.
Darüber hinaus sei aktuell kein weiterer Obst- und Gemüsestand auf dem Spritzenplatz gewünscht, so Godenschwege, „weil auf diesem Wochenmarkt ein vielfältigeres, attraktiveres, ausgewogenes und abwechslungsreicheres Angebot angestrebt werden soll“. Brütt will weiter um einen Stand auf dem Spritzenmarktplatz kämpfen.

Was meinen unsere Leser: Kann der Wochenmarkt auf dem Spritzenplatz noch einen weiteren Obst- und Gemüsehändler gebrauchen? Oder fehlt etwas ganz anderes im Angebot? Was? Leserbriefe bitte an: Redaktion Elbe Wochenblatt Stichwort „Markt“, Harburger Rathausstraße 40, 21073 Hamburg.
Oder per Mail mit dem Betreff „Markt“ an: post@wochenblatt-redaktion.de
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